Restaurierung : Historische Kutsche ist komplett

Erwin Poweleit (l.) und Richard Basedow kennen sich bereits seit jungen Jahren. In der Werkstatt von Basedow wurden die fehlenden Holzteile ergänzt. In den kommenden Wochen werden sie farblich nachbearbeitet.  Fotos: Volker Bohlmann
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Erwin Poweleit (l.) und Richard Basedow kennen sich bereits seit jungen Jahren. In der Werkstatt von Basedow wurden die fehlenden Holzteile ergänzt. In den kommenden Wochen werden sie farblich nachbearbeitet. Fotos: Volker Bohlmann

Bauernstube Breesen restauriert mit Unterstützung von Richard Basedow und Uwe Wroblewski Roggendorfer Bestattungswagen

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28. September 2015, 23:51 Uhr

Für jeden Anlass eine passende Kutsche - ganz so groß ist der Fuhrpark der Bauernstube Breesen nicht, aber in den kommenden Tagen wird der museale Bestand um einen Bestattungswagen erweitert, eine mehrspännige Kutsche. „Es handelt sich um ein besonderes Stück, das vor fünf Jahren noch in einem Abstellraum neben dem ehemaligen Pfarrhaus in Roggendorf eingelagert war“, erzählt Erwin Poweleit (80). Dabei schaut der Leiter der Bauernstube Breesen voller Stolz auf das mit reichlich Holz verzierte Gefährt. Die zahlreichen hellen Bauteile lassen erkennen: „Hier wurde einiges erneuert“, sagt Museumschef Poweleit.

Möglich wurde die Sanierung durch die Gemeinschaftsarbeit eines engagierten Dreiergespanns. Poweleit: „Uwe Wroblewski als Metallbauer und Tischler Richard Basedow sind mit von der Partie.“ Der Kaeselower Basedow nickt und kann sich dabei ein Lächeln nicht verkneifen. Denn niemand habe anfangs den Umfang der Restaurierungsarbeiten auch nur erahnt. So mussten zahlreiche Teile komplett neu entworfen werden.

Darunter auch die vier Holzspeichenräder mit Metallreifen. Ein Fachgebiet von Basedow: „Ich habe einst Stellmacher gelernt, somit haben wir nach der Aufarbeitung der Metallteile die Wagenräder aus Eichenholz gefertigt.“ Sämtliche Verzierungen, Figuren und Schmuckelemente folgten und wurden mit Stich-, Bandsäge oder auf der Drechselbank ausgearbeitet. „Wo genau, welches Bauteil seinen angestammten Platz hatte, wussten wir nicht. Folglich haben wir nach Spuren und Abdrücken gesucht und irgendwann alles ganz passend montiert“, sagt der 82-jährige Basedow.

Es sei der einzige Weg gewesen, fügt Poweleit hinzu: „Die Kutsche fuhr noch in DDR-Tagen, wurde weit vor der Wende außer Betrieb genommen, zerlegt und am Pfarrhaus eingelagert. Nach dem Verkauf des Anwesens erfolgte über die neuen Grundstückseigentümer die Übergabe an das Museum.“ Fünf Jahre sei das nun schon her. „Also haben wir uns entschieden, dass die Einzelteile der Kutsche zu uns kommen und wir hier den weiteren Aufbau organisieren“, so Basedow.

Nach zwei Monaten Aufenthalt in der Tischlerei wird die Kutsche in den kommenden Tagen nach Breesen überführt. Dort wird die Museumsmannschaft um Erwin Poweleit das gefederte Fuhrwerk farblich aufwerten und das neue Exponat der Öffentlichkeit vorstellen.

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