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Kulturhistorische Stätte : Historische Hofanlage neu beleben

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Den einstigen Domanialhof in Ortkrug stärker für touristische Zwecke zu nutzen, das ist ein Anliegen von Dr. Reinhold Kunze, Bürgermeister der Gemeinde Lübesse.

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erstellt am 16.Nov.2011 | 11:37 Uhr

Den einstigen Domanialhof in Ortkrug stärker für touristische Zwecke zu nutzen, das ist ein Anliegen von Dr. Reinhold Kunze, Bürgermeister der Gemeinde Lübesse. Immerhin, so argumentiert er, befand sich hier einst ein großer Wirtschafts- und Herbergshof, der Mecklenburger Herzog und seine Gäste machten hier Station - zwischen den Residenzstädten Schwerin und Ludwigslust.

"Der Anfang ist gemacht", freut sich der Lübesser und zeigt Besuchern gern das etwa 1,5 Hektar große Areal, das direkt an die B 106 angrenzt. "Wir haben den ersten von zwei Backöfen wieder aufgebaut." Beschäftigte vom Schweriner Umschulungs- und Bildungs zentrum (SUBZ) haben ihn in diesem Jahr aus Lehm und den hier vorhandenen Steinen errichtet. Und er funktioniert. Das haben die Erbauer längst ausprobiert. Der Backofen hat eine provisorische Überdachung erhalten, damit er vor Regen und Schnee geschützt ist.

Der Bereich des erhalten gebliebenen Kellers des einstigen Husarenwachhauses könnte nach Meinung der Gemeinde zum Beispiel als Station für Radfahrer genutzt werden. "Radfahren ist populär geworden. Und die Voraussetzungen dafür haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Das Radfahrnetz wurde und wird ausgebaut. Derzeit entsteht bei Hasenhäge ein weiterer Abschnitt. Er stellt die Verbindung von Schwerin in Richtung Lewitz dar. In Richtung Ludwigslust gibt es bislang noch einige Lücken, so zwischen Golden städt und Wöbbelin, doch die sollen in absehbarer Zeit auch geschlossen werden", ist Dr. Kunze überzeugt. Urlauber oder Erholungssuchende könnten ihr Auto auf dem großen Parkplatz der Gaststätte " Zum Ortkrug" abstellen und auf sicheren Wegen radeln, beschreibt der Bürgermeister seine Vision.

Doch ihm geht es um die gesamte historische Anlage. Sie solle für die Öffentlichkeit anschaulich dargestellt werden. "Das bedeutet keinesfalls, alles wieder originalgetreu nachzubauen. Das ist nicht machbar", stellt er klar. Aber anhand der Grundrisse könne man die Dimension dieses einst großen Hofes verdeutlichen.

Schon jetzt hilft ein Modell, das sämtliche Gebäude des einstigen Domanial hofes darstellt: Dazu gehören das Husarenwachhaus, der Stall für 30 Kühe mit Jungtieren, ein großer Schweinestall, ein Schafstall, Backhaus, Scheune, Pferdestall für 84 Pferde. Dieser war dreigeteilt: Es gab herrschaftliche Pferde, die vor die Kutschen des Großherzogs gespannt wurden, es gab Reise pferde und Post pferde. Zur Anlage gehörten zudem zwei Witwenhäuser mit Stallungen und Gärten.

Wenn es gelingt, einzelne Bauten wie das Backhaus oder den Ziehbrunnen als Anziehungspunkte wieder herzurichten und neue Einrichtungen wie eine Fahrradstation zu etablieren, sei schon viel gewonnen. Verbunden ist das Projekt natürlich mit viel Arbeit. Das weiß keiner besser als der Lübesser Bürgermeister selbst. Er sei sehr froh gewesen, dass die Männer vom SUBZ und in den Jahren zuvor auch Ein-Euro-Jobber hier so tatkräftig Hand angelegt haben. "Das ganze Gelände musste erst einmal aufgeräumt, entmüllt und renaturiert werden. Das war mühevoll genug", erinnert er an die ersten Arbeiten, die 2007 begannen. Jedes Jahr ging es Stück für Stück voran. Ein solches Projekt, vom Jobcenter Ludwigslust unterstützt, könne man nicht in drei, vier Jahren abschließen. Aber die Erschließung dieser historischen Anlage sei auch für die Orts- und Landesgeschichte von Bedeutung, betont Dr. Kunze. Es habe ihn gefreut, dass im Sommer der Landrat des Kreises Ludwigslust, Rolf Christiansen, Zeit für eine Stippvisite in Lübesse hatte. Dieser habe wie auch der Landtagsabgeordnete Detlef Müller (SPD) versprochen, das Projekt zu unterstützen, freut sich der Lübesser. Im Frühjahr, davon geht Dr. Kunze aus, wird es mit den Arbeiten weitergehen. "Wir hoffen, dass das SBUZ wieder mit dabei ist."

Im nächsten Jahr möchte die Gemeinde Lübesse einen Kunstmarkt auf dem Gelände des einstigen Domanialhofs in Ortkrug durchführen: Künstler aller Genres aus der Region könnten sich dann mit ihren Arbeiten präsentieren.

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