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Konferenz anlässlich 300 Jahre Schwedenschlacht : Historiker analysieren Feldschlacht

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Die Bedeutung der Schwedenschlacht von 1712 im Nordischen Krieg war Thema der Kulturhistorischen Konferenz von Gadebusch. Diese fand anlässlich 300 Jahre Schwedenschlacht am Wochenende in der "Station Burgsee" statt.

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erstellt am 14.Okt.2012 | 06:58 Uhr

Gadebusch | Die Bedeutung der Schwedenschlacht von 1712 bei Gadebusch im Nordischen Krieg war Thema der Kulturhistorischen Konferenz von Gadebusch. Diese fand anlässlich 300 Jahre Schwedenschlacht am Wochenende in der "Station Burgsee" statt.

Doch nicht nur Zahlen und Daten zur Feldschlacht brachten die Vorträge der etwa 14 Referenten aus drei verschiedenen Nationen mit sich. Vor allem neue Erkenntnisse über die größte Feldschlacht auf mecklenburgischem Boden versprachen sich die Organisatoren, der Landkreis Nordwestmecklenburg und der Kulturhistorische Verein von 1712 e.V., von dieser Konferenz. Es war ein Gedenken der besonderen Art. Wissenschaftlich begleitet wurde die zweitägige Veranstaltung vom Lehrstuhl für Nordische Geschichte der Universität Greifswald.

Bereits am Freitagabend empfing Bürgermeister Ulrich Howest im Foyer des Rathauses die Gäste. Bei dem neben der musikalischen Begleitung von Kerstin Eggers und André Rickert vom Duo Cross Over auch Prof. Dr. Findeisen bereits einen Vorgeschmack auf den wissenschaftlichen und allgemein verständlichen Vortragston der Konferenz gab. Auch einen ersten Einblick in den ab November erhältlichen Film über die nachgestellte Feldschlacht, bekamen die Gäste. "Wir beauftragten die Filmcrew der Wismarer mediamare GmbH damit, die nachgestellte Schlacht am 7. Juli zu begleiten", sagt der Organisator Dr. Reno Stutz.

Astrid Heinsen, eine direkte Nachfahrin des schwedischen Generals Magnus Stenbock, überreichte Frank Rohmann vom Kulturhistorischen Verein 1712 e.V. Karikaturen von Stenbock. "Diese Arbeiten sind gleich nach der Schlacht entstanden. Ich habe die Originale vom Großvater meiner Großmutter geerbt", so die Schwedin.

Die Tagung am Sonnabend begann mit einem Knall, eigentlich gleich mit dreien - Schüsse aus einem Nachbau einer Kanone vor der "Station Burgsee". Deutlich leiser ging es im Festsaal zu. Dr. Reno Stutz aus Rostock und Kerstin Weiß als zweite Stellvertreterin der Landrätin begrüßten die Gäste. Sie bezeichneten die Umsetzung des Festjahres als ein angemessenes Gedenken. Zwei Jahre dauerten die Vorbereitungen dafür. Für die Historiker des baltischen Raumes war die Konferenz eine besondere Möglichkeit, über die Jahre des Nordischen Krieges und die Zusammenhänge mit der Schlacht bei Gadebusch zu sprechen. Dr. Joachim Krüger aus Greifswald beschrieb die politischen und wirtschaftlichen Umstände der Hauptteilnehmer und den Nordischen Krieg selbst. "Dieser Krieg ist in Deutschland kaum behandelt worden und wenn doch, dann ist er meist nur biographisch abgefasst", so der Greifswalder. Mit der Konferenz von Gadebusch erhalten die Ereignisse des Jahres 1712 jetzt mehr Gewicht.

Lobenswert: Dank der allgemein verständlichen Sprachform war es nicht allein Historikern vorbehalten, sich über die Geschehnisse auszutauschen. Souveräne Auftritte und elektronische Präsentationsformen ermöglichten es auch den Gästen, neue Erkenntnisse über die Geschichte zu gewinnen. "Mittlerweile ist es auf Grund der Quellen sogar möglich, Namenslisten anzuführen und über das Leben der Einzelnen der größten Feldschlacht Mecklenburgs näheres zu erfahren", so Dr. Reno Stutz.

Doch vor allem zahlreiche Tote und Verletzte forderte die Schlacht vor 300 Jahren. Zirka 3600 Gefallene, 500 tote Pferde und 2000 Verletzte, von denen die meisten auf Grund der schlechten medizinischen Versorgung ebenfalls starben, waren zu beklagen. Am 20. Dezember 1712 siegten die Schweden in der Schlacht gegen die Dänen. Um den Gefallenen zu Gedenken, gab es unter Mitwirkung der Kirchgemeinde Gadebusch ein Konzert in der Stadtkirche. Die Kulturhistorische Tagung gilt als krönender Abschluss eines Jahres voller Aktionen im Sinne des 300-jährigen Jubiläums.

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