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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. Oktober 2017 | 12:39 Uhr

Gadebusch : Hindernisse aus dem Weg räumen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Barrierefreie Mietwohnungen für Behinderte wichtig / Vor allem der Einbau von Fahrstühlen gestaltet sich schwierig

svz.de von
erstellt am 05.Apr.2014 | 00:15 Uhr

Eine Stufe kann schon zuviel sein. Viele gehbehinderte oder ältere Menschen haben Probleme, wenn sie Treppen bewältigen müssen, um in ihre Wohnungen zu kommen. Vor allem in älteren Mietshäusern stellt dies ein Problem dar. Daher ist Barrierefreiheit für diese Personengruppen besonders wichtig. Die Wohnungsgesellschaft Radegasttal hat nun einen ersten Schritt in diese Richtung unternommen und die Erdgeschosswohnungen eines Wohnblocks in der Heinrich-Heine-Straße über den ehemaligen Balkon ebenerdig zugänglich gemacht.

„Damit hat man aber noch keine Barrierefreiheit“, betont Antje Bernier. Für die Sachverständige für barrierefreies Bauen und Wohnen von der Hochschule Wismar sind zudem schwellenfreie Übergänge und Bewegungsflächen in der Wohnung wichtig. „Auch breitere Türen sind wichtig“, so Bernier. Beim Bauen in bestehenden Häusern sei es jedoch schwierig solche Forderungen vollständig zu erfüllen. Hier seien Kompromisse gefragt, erklärt Bernier. „Wir versuchen unsere Wohnungen so gut es geht herzurichten. Auf Wunsch nehmen wir auch Türschwellen heraus“, sagt Heike Post, Geschäftsführerin der Wohnungsgesellschaft Radegasttal.

Ein großes Thema für mehr Barrierefreiheit sind immer noch die Fahrstühle in den Mehrfamilienhäusern. „Die sind ganz wichtig“, betont Jutta Stüber, Vorsitzende des Behindertenverein Gadebusch. Post erteilt Fahrstühlen jedoch eine Absage. „Das ist für unsere Gesellschaft im Moment zu früh. Wir haben viele Aufgaben zu erledigen“, so Post. Das Problem sei, dass ein Fahrstuhl zwischen 70 000 und 100 000 Euro koste und nur acht bis zehn Wohnungen erreiche. Dazu käme noch, dass der Fahrstuhl nur das Mittelpodest erreiche und somit immer noch einige Stufen bis zu den Haustüren verblieben. „Solche Aufzüge sind sinnlos“, erklärt Bernier. Sie hat aber einen Alternativvorschlag: „In vielen Häusern könnte man die Fahrstühle auch innen einbauen. Dann würde man zwar auf jeder Etage in einer Wohnung einen Raum verlieren, hätte dafür aber Barrierefreiheit.“ Außerdem sollten die Fahrstühle speziell ausgestattet werden, beispielsweise mit einer Ansage für Blinde oder einem Spiegel für Rollstuhlfahrer, damit diese rückwärts aus dem Fahrstuhl kommen.

„Barrierefreiheit darf aber nicht an der Haustür aufhören“, so Bernier. Auch für die Wege zur Bushaltestelle oder zum Supermarkt sei es wichtig Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Dieses Problem trifft unter anderem auf die Verbindung Heinrich-Heine-Straße zur Roggendorfer Chausee zu. Hier wurde im vergangenen Jahr eine Rampe wegen Verkehrsgefährdung entfernt, so dass nur noch eine Treppe vorhanden ist. „Der Bau ist notwendig und wird vorbereitet. In Zukunft soll hier nur noch eine behindertengerechte Rampe sein“, sagt Holger Saupe. Der Sachbearbeiter im Bauamt Gadebusch erklärt, dass im Sommer mit den Bauarbeiten begonnen werden soll.

 

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