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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. November 2017 | 16:58 Uhr

Kirchegemeinde Carlow : Hinauf zur Carlower Glocke

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Seit 750 Jahren erklingt die Glocke in der Gemeinde, dies soll nun gefeiert werden

svz.de von
erstellt am 18.Aug.2014 | 20:12 Uhr

Ein dumpfer Ton hallt durch die Straßen der Gemeinde Carlow. Es ist 10.30 Uhr und nur ein Glockenschlag erklingt. „Jeden Tag zur halben Stunde wird die Glocke einmal geläutet“, erklärt Bernhard Kähler, Pastor der Kirchgemeinde Carlow. Darüber hinaus werde jeweils um 8 und um 18 Uhr geläutet. „Das ist ein guter Zeitpunkt für die Menschen am Tag, um im Alltag kurz inne zu halten, in sich zugehen und nachzudenken. Einige nutzen dieses Zeichen auch, um für sich zu beten“, so Kähler weiter. Darüber hinaus gebe sie vielen in der Gemeinde Struktur für den bevorstehenden Tag.

Seit 750 Jahren begleitet die Carlower Glocke nun schon die Gemeinde. Am 30. und 31. August wird das Jubiläum gefeiert. Ein Blick zurück: Im Jahr 1264 wurde die Glocke gegossen. Seither musste die alte Dame nur zweimal umgegossen werden. „Die Symbole auf der Glocke sind aus der Barockzeit und erinnern an das Fortschreiten der Zeit und an die Vergänglichkeit des Lebens.“ Dargestellt wird dies durch den „Chronos“ (griechisch: Gott der Zeit), geflügelt mit Sense in der Hand und Stundenglas auf dem Kopf auf einer Seite der Glocke. Auf der anderen Seite wird Christus mit Glorienschein und Krone, auf eine Schlange tretend (ein altes Symbol für den Sieg über das Böse) gezeigt. „Die Zeichnungen sind sehr aufwendig erarbeitet worden und wunderschön“, sagt der Pastor. Die Glocke erklingt sowohl zu schönen als auch traurigen Anlässen. Aber anders als noch vor einigen Jahrhunderten muss nun niemand mehr den Glockenturm erklimmen, um die schwere Dame in Gang zu bringen.

Hinauf in den Glockenturm führen zwei Holztreppen, die so schmal sind, dass nur eine Person darauf passt. „Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich die Stufen mehrmals am Tag hinauf bin, um rechtzeitig zu läuten. Früher mussten wir das noch lernen“, sagt Kähler schmunzelnd. Nach einer Weile habe er sich an den Weg gewöhnt, berichtet er.

Heute wird das Glockenläuten mechanisch ausgelöst. Ein Motor bewegt die Gewichte für die beiden Glocken – exakt um 8 und 18 Uhr. „Seit gut sieben Jahren ist das nun schon so, davor war sie eine ganze Weile still, da niemand den Weg hinauf gehen wollte.“ Die zweite Glocke wurde in den 30er-Jahren gegossen, passt vom Klang her aber mit der älteren zusammen. „Es ist wichtig, dass die Glocken einen ähnlichen Ton haben, sonst hört sich das nicht gut an. Deswegen wurden sie extra aufeinander abgestimmt.“ Zu hören sind die beiden auch in den umliegenden Dörfern. „Deswegen ist es besser, wenn man beim Glockenschlag nicht so dicht steht, sonst kriegt man ganz schön was auf die Ohren“, sagt Kähler lachend.

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