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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. August 2017 | 10:52 Uhr

Abflug : Hilfseinsatz auf den Philippinen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Toni Heinzmann vom Technischen Hilfswerk Gadebusch fliegt heute in das vom Taifun „Haiyan“ zerstörte Katastrophengebiet

Hamburg, Frankfurt, Hongkong, Cebu – zum Hilfseinsatz auf den Philippinen bricht heute Toni Heinzmann vom Technischen Hilfswerk Gadebusch (THW) auf. Gegen 8 Uhr hebt sein Flieger in Fuhlsbüttel ab. Läuft alles nach Plan, betritt der 30-Jährige nach mehreren Zwischenstopps am morgigen Sonntag um 19 Uhr philippinischen Boden. Über das Land war Anfang November Taifun „Haiyan“ hinweggefegt und riss mehr als 6000 Menschen in den Tod.

Als Finanzverwalter und Controller des THW wird Heinzmann in dem Katastrophengebiet im Einsatz sein. Drei Teams waren schon dort. Jetzt soll der gebürtige Grevesmühlener mit dafür sorgen, dass nicht mehr benötigte Technik und Material zurück nach Deutschland transportiert werden: Kommunikationstechnik, Spezialwerkzeug für Brunnen, Betten, Duschen, Toiletten oder Zelte. „Wir reden über 75 bis 100 Tonnen Equipment, das zurück nach Deutschland kommt. Es wurde hingeführt auf dem Luftweg und wird jetzt wieder zurückgebracht mit Schiffen“, sagt Heinzmann.

Angst vor dem Einsatz im Katastrophengebiet habe er nicht, aber Respekt. Das Hochwasser in Deutschland habe im Vergleich zu „Haiyan“ minimale Schäden verursacht. Rund vier Millionen Menschen verloren hingegen auf den Philippinen durch den Taifun ihre Bleibe. Knapp 2000 Menschen werden noch immer vermisst.

Tag für Tag produzieren die „Blauen Engel“ des THW Trinkwasser auf den Philippinen. Mehr als eine Million Liter sind seit Beginn des Einsatzes durch die Trinkwasser-Aufbereitungsanlage gelaufen. Parallel dazu wurden Brunnen wieder instandgesetzt. Die Helferinnen und Helfer installierten Generatoren oder Pumpen und erneuerten Rohrleitungen. Der Schweiß floss in Strömen. Es herrschen Temperaturen bis zu 38 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent.

Der Job auf den Philippinen ist für den Mecklenburger der erste THW-Auslandseinsatz. Sein Arbeitgeber, eine gesetzliche Krankenkasse, stellt ihn dafür frei. Heinzmann und seine Mitstreiter sind quasi das letzte Team, das die Weichen für den Rücktransport stellen soll. „Nach dem 31. Januar ist der Einsatz für das THW auf den Philippinen voraussichtlich beendet“, sagt Heinzmann.

Um gegen Tollwut und Tropenkrankheiten gewappnet zu sein, erhielt der 30-Jährige spezielle Impfungen. „Vom Impfstatus her werden wir ohnehin relativ hochgehalten, weil wir nie wissen, wann es losgeht. Das erste Team hatte nach dem Taifun genau vier Tage Zeit bis zum Start“, macht Heinzmann klar.

Erst wenige Wochen vor „Haiyan“ hatte er an einer internationalen Großübung im deutsch-dänischen Grenzgebiet teilgenommen. Laut Szenario hatte dort ein vermeintlicher Orkan gewütet. „Dass so etwas nur zwei Monate später Realität werden würde, konnte sich kaum jemand vorstellen“, sagt Heinzmann.


 

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erstellt am 03.Jan.2014 | 23:30 Uhr

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