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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. November 2017 | 04:01 Uhr

Friedhof Rehna : Hilferuf für den Gottesacker

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Pastor Andreas Ortlieb und die Kirchengemeinde bitten Kommune um finanzielle Unterstützung

svz.de von
erstellt am 19.Jul.2017 | 05:00 Uhr

In der Stadt Rehna ist eine Diskussion um finanzielle Hilfen für die Kirchengemeinde aufgeflammt. Dabei geht es konkret um die Friedhofs-Bewirtschaftung, die aktuell Sache der Kirche ist. Sie verlangt für die Bereitstellung der Grabflächen, ihre eventuelle Pflege und die Nutzung der Kapelle Gebühren. Als Eigentümerin legt sie allein die Friedhofsordnung fest. Im Umkehrschluss ist die Glaubensgemeinschaft damit auch allein für die Finanzierung der allgemein anfallenden Arbeiten wie das Rasenmähen, Laubentfernen oder den Baum- und Heckenschnitt verantwortlich. „Durch die veränderten Rahmenbedingungen schaffen wir das aber nicht mehr allein“, meint Pastor Andreas Ortlieb. Aus diesem Grund hat er einen Brief an Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg und die Stadtvertreter geschrieben. Darin bitten Kirchengemeinderat und Pastor unisono um ganz konkrete finanzielle Hilfen: So solle die Stadt den Abtransport und die Beseitigung der Grünabfälle übernehmen, da ein Abbrennen dieser wie in früheren Zeiten aufgrund der nun den Friedhof umgebenden Wohnbebauung nicht mehr möglich sei. Diese Bebauung ist auch der Hintergrund für den zweiten Wunsch, dass sich die Stadt an einer Befriedung der Friedhofsgrenzen mit einer immergrünen Hecke finanziell beteiligt. Zur Wahrung der Pietät auf beiden Seiten sei diese Hecke notwendig. Beim dritten Wunsch handelt es sich um die Anschaffung eines Profigerätes für die Beseitigung des Laubs der Bäume. Kosten: 16 000 Euro. „Wir können die Friedhofsgebühren nicht weiter anheben, wir sind da in der Region schon im oberen Bereich. Sonst laufen wir Gefahr, dass die Menschen auf andere Friedhöfe in der Umgebung ausweichen“, begründet der Pastor sein Anliegen. Ohnehin leiste ja die Kirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts mit der Übernahme der Bestattungen eine kommunale Pflichtaufgabe. Ortlieb und die Kirchengemeinde wollen aber diesbezüglich keinesfalls einen Konfrontationskurs mit der Stadt fahren. Im Gegenteil. „Wir möchten gern einen Kooperationsvertrag mit der Stadt abschließen, nach dem Vorbild von Schönberg“, erklärt Pastor Ortlieb.

Der Brief indes hat in der Stadtvertretung unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. So gab es Stimmen, die im Hinblick auf die aktuell geltenden, restriktiven Beerdigungsvorschriften, die keine Urnengräber zulassen, eine kommunale Hilfe kategorisch ablehnen. Auch der Leitende Verwaltungsbeamte, Hans-Martin Buschhart sieht in einer möglichen Hilfe einige rechtliche Hürden. „Die Kirche ist im rechtlichen Sinne ein privates Unternehmen und kann nicht so ohne weiteres durch öffentliche Gelder gefördert werden“, lautet sein Einwand.

Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg steht dem ganzen erst einmal gelassen gegenüber. „Wir werden das Anliegen der Kirchengemeinde erst einmal in allen Ausschüssen ausführlich erörtern und uns dazu demokratisch eine Meinung bilden. Anschließend werden wir eine entsprechende Antwort verfassen“, so Oldenburg pragmatisch.

Die Friedhofskasse wird separat von der Kirchengemeindekasse behandelt. Also kann nur durch Gebührenerhöhung oder öffentliches Geld die finanzielle Lage verbessert werden.

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