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Wo liegt Königsfeld? : Hilferuf aus dem „Niemandsland“

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Einwohner von Klein Rünz beklagen massive Probleme nach verordneter Adressummeldung und schalten das Innenministerium ein

von
erstellt am 10.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Mit einem Hilferuf aus dem so genannten Niemandsland hat sich SVZ-Leserin Simone Lüth an die Redaktion gewandt. Sie und weitere Einwohner des Ortes Klein Rünz sind verzweifelt. Denn Briefe und Pakete kommen nach Angaben Lüths in Klein Rünz offenbar nicht mehr und nur noch sporadisch an, weil der Empfänger nicht zu ermitteln sei. Dabei wohnt Simone Lüth ganz offiziell in der Falkenhagener Straße in 19217 Königsfeld, Ortsteil Klein Rünz. Das steht in ihrem gültigen Personalausweis und das geht auch aus einem Schreiben des Amtes Rehna hervor, das der SVZ vorliegt.

In diesem Schreiben vom 14. Januar dieses Jahres war die Klein Rünzerin aufgefordert worden, sich umzumelden. Denn es gab zuvor im Gemeindegebiet Straßenumbenennungen.

Im Fall von Simone Lüth änderte sich weder der Straßenname noch die Hausnummer. Neu hinzu kam der Passus „19217 Königsfeld OT Klein Rünz“. Gestrichen wurde dafür „19271 Groß Rünz“, da Klein Rünz einst ein Ortsteil dessen war.

Kein Problem sollte dies eigentlich sein. „Aber das Chaos ist perfekt. Denn die Falkenhagener Straße in 19217 Königsfeld OT Klein Rünz gibt es bislang offenbar nicht und Adressänderungen können daher nirgends getätigt werden“, klagt Lüth. Weder bei Versicherern, Krankenkassen noch Versandhäusern. „Streng genommen finden mich weder der Rettungsdienst, die Polizei, noch die Feuerwehr. Diese drehen ihre Runden und suchen die Falkenhagener Straße wohl in 19217 Groß Rünz“, unkt Simone Lüth. Zum Lachen ist ihr allerdings nicht zumute. Denn medizinische Produkte wie Lanzetten und Nadeln, um den Blutzuckerwert zu testen, werde sie sich demnächst wohl selbst von der Firma Bayer aus Leverkusen abholen müssen.

Mit welchen Problemen sich Klein Rünzer herumschlagen müssen, wissen auch Mitarbeiter des Amtes Rehna. Sie wollten mit der Straßenumbenennung und Neuvergabe von Hausnummern eine bessere Erreichbarkeit der Einwohner in Notfällen erzielen. Jetzt hagelt es immer wieder Kritik. „Für die Bürger tut es uns leid. Das Ganze wirft ein schlechtes Licht auf Behörden“, sagt Bernd Karnatz vom Amt Rehna. Er verweist darauf, dass man die Post Mitte Januar bezüglich der Straßenumbenennung informiert habe. Genau so wie das Finanzamt, Rettungsdienst, Feuerwehr, Abfallwirtschaftsbetrieb, Telekom, Zweckverband etc.

Der Adress-Wirrwarr von Klein Rünz ist inzwischen auch ein Fall für das Innenministerium geworden. Dorthin wandte sich Simone Lüth mit einem offenen Brief, damit den Einwohnern von Klein Rünz geholfen wird. Das Ministerium leitete die Problematik an Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss weiter und forderte eine Rückmeldung über eingeleitete Maßnahmen zur Problemlösung ein.

Die seien auch dringend nötig, meint der Klein Rünzer Klaus-Peter Schlomm. Zu Ostern hatte er Kinderbücher bestellt, die vier Wochen später ankamen. „Es ist ein Unding, das Sachen nicht zugestellt werden. Ich weiß nicht einmal, ob Post an uns geschickt wird“, so Schlomm. Er fordert inzwischen eine unbürokratische Lösung für die Menschen: „Ich erwarte, dass man den kurzen Dienstweg nimmt, zur Rehnaer Poststelle geht und eine Regelung trifft, damit die Post zugestellt wird.“ Denkbar wäre eine befristete Übergangslösung, bis die Problematik gelöst sei.

Ein Sprecher Deutschen Post stellt wiederum klar, dass nur Briefe mit korrekter Anschrift zugestellt werden können. „Eine Zustellung auf Verdacht gibt es nicht, damit Briefe nicht in falsche Hände geraten“, sagt Martin Grundler von der Deutschen Post. Versender müssten der Post korrekte Anschriften geben. Im Fall von Simone Lüth sollten der Name, Straße und Hausnummer sowie 19217 Königsfeld als Adresse ausreichend sein.

Aus Sicht von Simone Lüth ist dies ein gut gemeinter Rat. Zweifel hat sie dennoch: „Wie soll das funktionieren, wenn schon bei der Suche mit der Postleitzahl 19217 kein Königsfeld auf der Homepage der Post angezeigt wird?“

 

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