Gadebusch : Hilfe nur auf Sparflamme

Ein wenig Hoffnung: Für Brigitte Zielinski beginnt am 1. April die Arbeitsgelegenheit in der Möbelbörse.
Ein wenig Hoffnung: Für Brigitte Zielinski beginnt am 1. April die Arbeitsgelegenheit in der Möbelbörse.

Kleider- und Möbelbörse Gadebusch kann aufatmen: Bis zum September sind Arbeitsgelegenheiten gebilligt – mit Einschränkungen

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27. März 2018, 05:00 Uhr

Erleichterung sieht anders aus. Dennoch haben sie es jetzt Schwarz auf Weiß. Über die nun gebilligten geförderten Arbeitsgelegenheiten kann sich Lydia Schulz von der Kleiderbörse Gadebusch jedoch kaum freuen. „Wir haben zwei Arbeitsgelegenheiten gebilligt bekommen, einmal vier Leute für die Kleiderbörse und vier für die Möbelbörse“, erklärt die Roggendorferin. Damit reduziert sich die Anzahl der Mitarbeiter um die Hälfte. „Vorher waren es 16 Leute, uns fallen aber auch noch zwei weitere weg. Effektiv fehlen uns zehn Personen“, beklagt Lydia Schulz.

Der geringeren Besetzung folgt ein Rattenschwanz. „Ab dem 1. April müssen wir die Öffnungszeiten anpassen. Beide Börsen haben dann nur noch von Montag bis Donnerstag geöffnet, der Freitag entfällt. Auch müssen wir die Öffnungszeiten auf zwischen 9 und 16 Uhr begrenzen.“ Schuld daran ist die Abstuftung der bezahlten Stunden pro Person. Aktuell arbeiteten die Frauen 30 Stunden die Woche, nun sollen es nur noch 26 Stunden die Woche werden.

„Ich befürchte große Einbußen, da wir ja auch wirtschaften müssen“, sagt Lydia Schulz. Der Wegfall des Freitags als Öffnungstag ist ein Einschnitt, ebenso wie das Senken des Sachkostengeldes. „Wie sich das gestaltet und wir das aufgefangen werden, müssen wir erst schauen.“ Nun sei es erst einmal wichtig zu schauen, ob die Arbeit mit der geringeren Besetzung zu schaffen sei.

Dennoch will Lydia Schulz die Arbeit in den Börsen nicht aufgeben. Und auch das Bewerbungscenter und die Fahrradwerkstatt sollen weiterlaufen. „Was man einmal aufgegeben hat, bekommt man einfach nicht wieder“, so die 63-Jährige. Darum sei die Bewilligung auch nichts generell Schlechtes und zumindest ein schwacher Lichtblick. „Gerettet heißt aber etwas anderes“, so Lydia Schulz. Denn ab Oktober könne es schon wieder anders aussehen.

In dieser Woche sucht Lydia Schulz gemeinsam mit dem Jobcenter diejenigen aus, die in der Möbel- und Kleiderbörse weiter beschäftigt werden können. Dabei geht es nicht nur um die Hilfe vor Ort, sondern auch um die für die Arbeitnehmer. „Die Börse ist auch eine Chance, aus der Langzeitarbeitslosigkeit rauszukommen“, weiß die 63-Jährige. Darum wird sie sich am 5. April auch mit Bürgermeister Ulrich Howest zusammensetzen und die Situation noch einmal ansprechen. „Aus der Stadt kam das Signal, dass die Börsen erwünscht sind“, so Lydia Schulze.

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