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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. November 2017 | 13:14 Uhr

Wismar : Hilfe in schwierigen Lebenslagen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kathrin Schulze berät mit „pro familia“ über Schwangerschaft, Elterngeld und Kuren

Katjas ungläubiger Blick geht immer wieder auf den Schwangerschaftstest. Zwei Streifen. Sie ist schwanger. Die Nacht mit dem geplatzten Kondom und ihrer neuen Flamme hat Folgen. Die 21-Jährige ist mitten im Studium. Jetzt ein Kind bekommen? Habe ich dann noch eine Chance? Wie schaffe ich das finanziell? Wie kann ich mein Studium mit Kind beenden? Oder sollte ich abtreiben?

„Das kann jeder Frau passieren; wenn man Sex hat, kann man schwanger werden! Es gibt kein Verhütungsmittel, das komplett sicher ist“, sagt Kathrin Schulze, Beraterin in der „pro familia“-Schwangerenberatungsstelle. Erst seit kurzem gibt es die Beratungsstelle am Wismarer Friedenshof. Schwangerenkonfliktberatung gehört zum breiten
Beratungsspektrum dazu.

Aber auch Beratung bei
Beziehungsproblemen, bei unerfülltem Kinderwunsch, bei gesetzlichen Ansprüchen zwischen Mutterschutz, Unterhalt, Wohngeld, Kinder- und Elterngeld sowie Arbeitslosengeld I und II. „Oft geht es um Geld“, erzählt Kathrin Schulze. Bedürftige Schwangere können mit
ihrer Hilfe beispielsweise
finanzielle Hilfe für die Babyerstausstattung beantragen. Das sind bis zu 1000 Euro. Kathrin Schulze berät zu Themen wie frühe Hilfen, vertrauliche Geburt oder Mutter-Vater-Kind-Kuren.

Zurück zu Katja und ihren zwei Streifen im Schwangerschaftstest. „Viele Frauen
haben in der Situation Zukunftsängste“, weiß Kathrin Schulze. Die Entscheidung, für oder gegen das Kind, kann sie Katja nicht abnehmen. „Ziel ist eine gute Entscheidung, egal in welche Richtung.“ Die Frauen, die oft selbst in dem Moment noch nicht wissen, was das Richtige für sie und ihr (ungeborenes) Leben ist, sprechen mit ihr über die Sorgen und Probleme, über die Ängste. Wenn die Frau möchte, bekommt sie nach dem Gespräch den Beratungsschein. Mit dem könnte sie straffrei beim Arzt bis zur 12. Schwangerschaftswoche einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen.

Eine schwere Entscheidung. „Die Gefahr ist groß, dass die Frauen das sonst selbst oder mit irgendwelchen Scharlatanen machen. Und dass sie dabei ihre Gesundheit und ihr Leben riskieren“, erzählt Kathrin Schulze.

Eine Stunde und manch ein Taschentuch später geht Katja mit einem kleinen Lächeln nach Hause. Sie hat sich mit Hilfe der Beratung entschieden und weiß, die Entscheidung wird ihr ganzes Leben verändern.

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