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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. November 2017 | 22:53 Uhr

Sozialberatung : Hilfe im Bürokratie-Dschungel

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Günter Lohse hilft bei Problemen mit Hartz IV bei der Allgemeinen sozialen Beratung in Gadebusch und Rehna.

svz.de von
erstellt am 21.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Günter Lohse hat viel zu tun: Das Telefon klingelt, Papiere bedecken den Schreibtisch und vor der Tür wartet bereits der nächste Klient mit einem Termin. Lohse arbeitet als Fachkraft für Gemeindepsychiatrie und ist für die Allgemeine soziale Beratung im Rahmen des Beratungsdienstes der Diakonie in Rehna und Gadebusch zuständig. Zu ihm kann kommen, wer Probleme hat. „Wir verstehen uns als Vermittlungsstelle“, sagt Lohse. „Ich berate zu allem, was anfällt und jeden, der nicht weiß, woher er Hilfe bekommen kann.“

Mit Betriebskostenabrechnungen, Rentenbescheiden, fehlerhaften Bescheiden des Jobcenters oder Schreiben zur Durchsetzung von Rechtsansprüchen kommen viele Menschen zu ihm. Aber auch wenn jemand psychische Probleme hat, findet er in der Allgemeinen soziale Beratung Hilfe.

Allerdings seien mit großem Abstand, etwa 80 bis 85 Prozent seiner Fälle, Menschen, die Probleme mit dem Jobcenter hätten, sagt Lohse. Diese machten den Hauptteil seiner Arbeit aus. „Das ist ein Riesenproblem, seit es Hartz IV gibt. Die Lage ist hier oft verwirrend.“ Doch Günter Lohse weiß Bescheid, er kennt sich in rechtlichen Fragen gut aus, ihm liegen die neuesten Gesetze, Änderungen und Beschlüsse vor.

Immer donnerstags von 13 bis 15 Uhr ist Günter Lohse in Rehna im Pfarramt anzutreffen und freitags von 9 bis 12 Uhr im Rathaus in Gadebusch. Wer Hilfe braucht, kann sich hier sicher sein, dass sich seiner Anliegen angenommen und dass seine Anonymität gewahrt wird. „Wir unterliegen der Schweigepflicht“, macht Günter Lohse deutlich.

Der Bedarf an Hilfe ist gestiegen, sagt Lohse. Auch wenn die Anzahl der Menschen, die den Weg zu ihm fänden, etwa gleich geblieben sei. Seine Auslastung sei gut, sagt der Sozialberater. Etwa 250 Kontakte kann er im Jahr in Gadebusch und Rehna verzeichnen. In der Regel seien die Klienten etwa eine Dreiviertelstunde bei ihm in der Beratung. Termine können telefonisch vereinbart werden. „In der Regel biete ich dann auch außerhalb der Sprechzeiten weitere Termine an“, sagt Günter Lohse.

Die Mitarbeiter der Tafel in Rehna hätten ihn bisher sehr unterstützt, sagt der Sozialberater. Sie haben seine Flyer ausgelegt und auf die Beratung verwiesen. Jetzt legt Lohse jedes halbe Jahr Flyer in die Tüten der Tafel. „Ich saß früher bewusst da, wo die Ausgabe der Tafel war,“ sagt er. „Die Menschen sind oft das gleiche Klientel. Ich wollte da sitzen, wo die Tafel ist, da ist die Hemmschwelle geringer, mich anzusprechen.“

Nun, nach der Umstrukturierung der Tafeln (wir berichteten), hofft der Sozialberater, dass diejenigen, die Hilfe brauchen, auch so den Weg zu ihm finden. „Es ist wichtig, dass sich die Möglichkeit zur Beratung bei mir rum spricht“, sagt Lohse. Viele Menschen würden nicht wissen, wohin sie mit Problemen kommen könnten.

Die Motivation für Günter Lohse, sich um die Probleme von Hilfebedürftigen zu kümmern, begründet er so: „Ich bin nicht Robin Hood. Ich möchte, dass die Leute, die sowieso schon ausgegrenzt werden, einen Fürsprecher haben und jemanden, der ihnen hilft.“

 

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