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Defibrillatoren an Schulen in NWM : Hilfe gegen plötzlichen Herztod

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Politiker der Piratenpartei fordert Aufstellung von Defibrillatoren an Schulen mit mehr als 200 Schülern

svz.de von
erstellt am 18.Mai.2016 | 06:00 Uhr

Nun ist Dennis Klüver ein mit Sicherheit streitbarer Zeitgenosse. Das Kreistagsmitglied der Piratenpartei mischt sich gern ein, sagt seine Meinung und eckt damit ganz gern mal an. Für die morgige Sitzung des Nordwestmecklenburger Kreistags um 17 Uhr im Zeughaus Wismar indes sollte ihm breite Zustimmung sicher sein. Denn der Rehnaer fordert zur Bekämpfung des so genannten plötzlichen Herztods die Aufstellung von automatischen externen Defibrillatoren, u. a. an Schulen mit mehr als 200 Schülern.

„Die effektivste Maßnahme, um Patienten mit Herzversagen erfolgreich wiederzubeleben, ist die Durchführung einer so genannten Defibrillation innerhalb weniger Minuten nach Eintritt des Herzstillstandes“, begründet Klüver seinen Antrag. Der „plötzliche Herztod“ stelle die Todesursache Nummer eins in der westlichen Welt dar. Allein in Deutschland sterben jährlich mehr als 100  000 Menschen außerhalb von Krankenhäusern an einem plötzlichen Versagen der Herzfunktion. Die Defibrillation, so Klüver, sei in dieser Situation die einzig wirksame Maßnahme zur Lebensrettung.

Der Antrag stößt kurz vor der Kreistagssitzung zumindest in der Öffentlichkeit schon mal auf offene Ohren. „An unserem Standort in Zierow haben wir leider keinen Defibrillator, aber in Wismar schon. Toi toi toi, in meinen 16 Jahren als Schulleiter haben wir noch keinen einsetzen müssen müssen. Aber einmal ist immer das erste Mal, und wenn man damit Leben retten kann, ist der Antrag von Herrn Klüver definitiv eine gute Initiative“, sagt Holger Stein. Der Schulleiter des kreiseigenen Berufsschulzentrums Nord in Wismar räumt allerdings ein, dass man immer auch Leute haben müsse, die das Gerät bedienen können.

Doch hier gibt Sebastian Otto Entwarnung. „Die Handhabung ist wirklich relativ einfach. Der Ersthelfer muss nur zwei Elektroden auf den Brustkorb des Patienten kleben, den Rest macht das Gerät allein. Man kann nichts verkehrt machen“, so der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Gadebusch.

Wo ein lebensrettender Defi zur Verfügung steht, ist im „definetz“, einem bundesweiten Kataster erfasst. Knapp 18 000 Standorte in ganz Deutschland sind darin hinterlegt. Unter www.defikataster.de lässt sich aber auch herausfinden, dass in Gadebusch und Umgebung kein Defi zu finden ist. In Zarrentin und im Amt Schönberger Land stehen solche Geräte.

In über 80 Prozent der Fälle wird nach Angaben des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte e. V. der plötzliche Herztod durch Kammerflimmern verursacht. Dieses könne nicht nur aufgrund einer inneren Ursache, wie einem Herzinfarkt, sondern auch infolge einer äußeren Ursache, beispielsweise bei einem Elektrounfall, auftreten. Die Defibrillation zielt darauf, das Kammerflimmern in einen normalen Herzschlag zu überführen. Je früher defibrilliert werde, umso wahrscheinlicher sei es, dass der Patienten überleben wird.

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