Rehna : Hilfe für Orchideen an der Radegast

Nur leichtes Gerät im Einsatz
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Nur leichtes Gerät im Einsatz

Pilzverein führt Umweltprojekt Feuchtwiesenpflege weiter

Ganz schön ins Schwitzen kamen die Pilzfreunde, Jungangler und vor allem Schüler bei der Wiesenmahd im Radegasttal. Neu in diesem Jahr: Der Rehnaer Pilzverein „Heinrich Sternberg“ übernahm die Regie.

„Arten- und Biotopschutz vor der Haustür ist das Motto und gleichzeitig gilt es Gemeinsinn zu erleben, soziale Kompetenz zu entwickeln und ein Stückchen Kulturlandschaft zu erhalten“, meint Torsten Richter, Vorsitzender des Pilzvereins. Ganz konkret mähten Jung und Alt eine Feuchtwiese, um so einen der wenigen Orchideenstandorte unseres Landkreises zu erhalten.

Aber nicht nur die Orchideen werden aufatmen, auch wandernde Besucher wird es freuen. Gibt es hier dann einen freien Blick auf den mäandrierenden Flusslauf. Finanziell gefördert wird das Naturschutzprojekt durch das Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU Westmecklenburg Schwerin) und die Stadt Rehna. Früher gab es durch die Kleintierhaltung viele Pächter und somit genügend der Natur wohlgesonnene Nutzer. Die Orchideen hatten ein fast „sorgenfreies Leben“. Und heute? Ohne Mahd würden seltene und gefährdete, aber auch einfach schöne Arten wie Fieber-Klee, Hirse- Segge, Sumpf-Veilchen, Kleiner Baldrian, Teufelsabbiß und die beliebte Schlüsselblume von schnellwüchsigen Arten verdrängt. Und so leisteten alle Beteiligten wahre Überlebenshilfe.

Mit viel Elan und vielleicht sogar etwas Spaß vollzogen Schüler Hand in Hand mit Pilzfreunden und Interessierten die Mahd und anschließende Bergung der zentnerschweren Biomasse aus einer artenreichen Feuchtwiese im europäisch geschützten FFH- Gebiet Radegasttal. Hervorzuheben ist besonders der Einsatz der Frauen-Teams. Theresa Steinert und Laura Pflüger (beide 10 Klasse) sowie Pirkko Roinila und Katrin Richter (Pilzverein Rehna) „rockten“ die Wiese (so heißt das wohl in Neudeutsch). Mit „Frauen-Power“ zogen sie Plane um Plane mit Mahdgut aus der Orchideenwiese.

Die mühselige Biomasseentfernung soll dem Nährstoffüberangebot (Eutrophierung) entgegenwirken. Und so keimt, besser blühte auch 2014 das Breitblättrige Knabenkraut (lat.: Dactylorhiza majalis) eine unserer wenigen heimischen Orchideen. Bei Rehna gedeiht sie noch in großer Anzahl in den artenreichen, weil nährstoffarmen Feuchtwiesen entlang der Radegast. Auf einer Teilfläche hatten zwei Kleintierhalter bereits eine „Anmahd“ durchgeführt und so die Orchideenpflege tatkräftig unterstützt.

Aktive Hilfe leistete neben dem vom Landkreis zum Gebietsbetreuer ernannte Gerrit Uhle (Grevesmühlen), auch der Umweltpreisträger 2013 Martin Bauer. Uhle und Bauer gelten als exzellente Kenner des FFH-Gebietes Radegasttal und wollen nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten helfen. Uhle: „Ich bin dabei. Solch eine tolle ehrenamtliche Aktion mit Schülern ist beachtenswert und muss unbedingt gefördert werden“.

Zur Stärkung gab es dann für alle Beteiligten zum Abschluss Erbseneintopf und Bockwurst von der ortsansässigen Fleischerei Markus. Das kam bei den Beteiligten sehr gut an und setzte neue Kräfte frei.

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