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Stickerei Grams Grevesmühlen : Hier sitzt jeder Stich perfekt

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Simone Grams gibt in ihrer Stickerei jedem Kleidungsstück, jedem Kissen, Handtuch oder Plüschtier eine individuelle Note

svz.de von
erstellt am 20.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Seit zwölf Jahren gibt es die Stickerei Grams bereits im Badstüberbruch 25. Allerdings bis Dezember letzten Jahres noch unter dem Namen „Fahnenstickerei Michaelis“ im Firmenregister eingetragen. „Das Besticken von Fahnen habe ich aufgegeben. Besser gesagt, aufgeben müssen, weil mein Stoffe-Lieferant aufgehört hat“, sagt Simone Grams. Die Fahnenstickerei sei ein ganz eigenes Metier, für das es spezielles, schweres Tuch braucht, erklärt die gelernte Posamentiererin.

Diese Bezeichnung trugen früher die Hersteller von Lampenschirmen. Heute heißt das ganz schnöde Facharbeiterin für Textiltechnik. Von 1981 bis 1983 hat Simone Grams diesen Beruf in der Grevesmühlener Lampenschirmfabrik gelernt und ihn dort auch bis 1990 ausgeübt. Nach Schließung und Arbeitslosigkeit machte die junge Frau zwei Umschulungen, erst zur Reiseverkehrskauffrau, dann zur Bürokauffrau. Beides brachte nicht den gewünschten Erfolg, sprich, einen Arbeitsplatz.

1995 bekam die dreifach ausgebildete Grams dann eine ABM-Stelle beim Beschäftigungsverein, der in den Räumen des einstigen Diamant-Kleiderwerkes diverse Textilien herstellte. „Dort kam ich das erste mal mit einer Stickmaschine in Berührung. Die wollte niemand bedienen, aber ich kam gut damit zurecht“, erinnert sich Simone Grams.

Selbst Plüschtiere können bestickt werden.
Selbst Plüschtiere können bestickt werden. Foto: Peter Täufel

Bis 2003 war sie dort beschäftigt, die längste Zeit unter der Leitung von Elsbeth Böse. Die war es auch, die ihr nach einer längeren Krankheitspause 2005 eine Nähmaschine und eben jene Stickmaschine zum Kauf anbot. Mit diesen Gerätschaften und dem erfolgreichen Abschluss eines dreimonatigen Existenzgründer-Seminars in der Tasche, machte sich Simone Grams im selben Jahr selbstständig. „Ich-AG nannte sich das damals“, berichtet die Einzelkämpferin, die sie bis heute geblieben ist. Recht bald legte sie sich noch eine Computer-Stickmaschine zu, mit der sich’s noch effektiver arbeiten lässt.

Simone Grams bestickt alles, was sich besticken lässt: Jacken, Shirts, Decken, Kissen, Handtücher, Plüschtiere, Notenpultbanner, Wimpel – die Palette ist schier unerschöpflich. „Eigentlich lässt sich jeder Stoff besticken, einzige Ausnahme: Daunenjacken. Das geht technisch nicht“, erklärt Grams. Als Stickgarne kommen Polyester und Viskose zum Einsatz. „Polyestergarn ist farb-, koch- und chlorfest. Das heißt, dass es auch eine chemische Reinigung übersteht. Auch Arbeitskleidung, die zum Beispiel gemangelt wird, muss bestickt werden, da Aufdrucke oder -kleber nicht halten würden“, so die Textilfachfrau.

Ihre Kunden sind Firmen und Unternehmen, Verbände und Vereine, Privat- und Geschäftsleute. „Ich mache viel für Babys, Babydecken, die Teddys und Strampler besticken und so weiter. Meist kommen Angehörige, die dann zur Geburt etwas individuelles schenken“, berichtet die Unternehmerin.

Auf einer Deutschlandkarte an der Wand sind die Orte an die sie bereits geliefert hat mit kleinen Fähnchen markiert – es gibt kaum eine Region, die noch frei ist. „Naja, die meisten der sehr weit weg liegenden Orte sind die, wohin ich Fahnen, Banner und Standarten geliefert habe“, sagt Simone Grams und verrät ein kleines Geheimnis: „Eigentlich habe ich ja offiziell damit aufgehört. Ich nehme zwar diesbezüglich weiterhin Aufträge an, leite die aber mit Einverständnis des Kunden an eine andere Stickerei, die das noch macht, weiter. Aber so Einzelstücke, wenn’s mit der Farbe passt..., da verbrauche ich noch Restbestände vom Fahnenstoff.“

Geöffnet ist die Stickerei Grams Montag bis Donnerstag von 9 bis 12 Uhr.

 

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