Nordwestmecklenburg : Hier kracht es besonders häufig

Wie diese Unfallhäufungsstellen entschärft werden können, darüber beraten Experten.
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Wie diese Unfallhäufungsstellen entschärft werden können, darüber beraten Experten.

Kreisweit gibt es aktuell 19 Unfallschwerpunkte. Mit Ampeln und Temporeduzierungen sollen sie entschärft werden.

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15. Mai 2018, 20:45 Uhr

Auf den Straßen Nordwestmecklenburgs hat es im vergangenen Jahr mehr als 5000 Verkehrsunfälle mit sieben Unfalltoten und 647 Verletzten gegeben. Dort, wo es besonders häufig krachte, soll das Gefahrenpotenzial nach Möglichkeit reduziert werden. Wie das geschehen kann, darüber beraten zwei Mal im Jahr die Mitglieder der Unfallkommission des Landkreises Nordwestmecklenburg. Und die Ergebnisse dieser Beratungen lassen nicht lange auf sich warten. So werden auf der Gadebuscher Umgehungsstraße zwei neue Ampeln entstehen. Darüber hinaus soll präventiv das Tempo auf der Strecke zwischen der B 106 und Bad Kleinen von 100 auf 80 km/h gesenkt werden. Das kündigte der Vorsitzende der Unfallkommission, Peter Barkowski, in Wismar an. Nach seinen Angaben ist als neuer Unfallschwerpunkt die B 104 bei Schönberg nahe des dortigen Betonwerkes hinzugekommen. In dem dortigen Kreuzungsbereich Richtung Ratzeburg hatte es allein 2017 fünf Verkehrsunfälle gegeben, bei denen ein Mensch schwer verletzt wurde. Vorfahrts- und Abbiegefehler seien die Hauptunfallursache gewesen.

Um die Gefahrenstelle zu entschärfen, beschloss die Unfallkommission als Sofortmaßnahme das Aufstellen eines Stoppschildes und das Auftragen einer Haltelinie. Darüber hinaus soll der Kreuzungsbereich überplant werden, mit dem Ziel, dort eine Ampel zu installieren. „Das kostet Geld. Aber es geht darum, die Unfallzahlen und die Schwere der Unfälle zu minimieren“, betont Barkowski.

Eine Temporeduzierung hat es bereits auf der Insel Poel gegeben. Zwischen Niendorf und Fährdorf darf ab sofort nur noch 80 statt wie bislang 100 Stundenkilometer gefahren werden. Autofahrer müssen dort sowie an allen weiteren Unfallschwerpunkten in Nordwestmecklenburg mit Kontrollen rechnen. Nach Angaben des stellvertretenden Landrates, Mathias Diederich, gibt es aktuell 19 Unfallhäufungspunkte. Bereiche, die drei Jahre hintereinander nicht mehr auffällig sind, werden von der Liste der Unfallschwerpunkte gestrichen.

Künftig will die Unfallkommission auch das Thema Wildunfälle stärker in den Fokus nehmen. Dabei sollen Schwerpunktorte analysiert und gegebenenfalls Maßnahmen ergriffen werden, kündigt der stellvertretende Landrat an. Denn inzwischen ist fast jeder dritte Unfall ein Wildunfall. Dabei wurden im vergangenen Jahr vier Menschen schwer und 15 leicht verletzt. Das geht aus einer Statistik der Polizeiinspektion Wismar hervor.

Auf einen Blick: Aktuelle Unfallhäufungsstellen

  1. B 208 - Höhe A20, Einfahrt in Richtung Rostock
  2. L 03 - Grevesmühlen, Kreuzung Grüner Weg/Wismarsche Straße
  3. B 104 - Einmündung B 208 in Richtung Ratzeburg
  4. B 104 - Einmündung B 208, Rehnaer Straße
  5. B 105/L 03 - Richtung Grevesmühlen
  6. B 105 - Ortsausgang Selmsdorf in Richtung Dassow
  7. B105 - zwischen Neu Degtow und Abzweig Hamberge
  8. L 121 - Poel, zwischen Niendorf und Fährdorf
  9. L 011 - zwischen Schönberg und Rottensdorf
  10. B 105/L 02 - Kreuzung Grevesmühlen
  11. L 03 - Höhe Nienmark
  12. B 105 - bei Dassow, zwischen Grevesmühlener Straße und Rankendorfer Weg
  13. B 106 - bei Lübstorf
  14. L02 - bei Köchelstorf
  15. K 38 - Züsow, Neuklosteraner Straße
  16. L 010 - zwischen Goldberg und Abzweig Tüzen
  17. B 106 - zwischen Moidentin und Dorf Mecklenburg
  18. B 104/L01 - Kreuzung zwischen Schönberg und Roduchelstorf
  19. B 105 - Kreuzung Gägelow
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