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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

20. November 2017 | 05:14 Uhr

Gadebusch : Hier drohen blaue Flecken

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Bordsteinkante ist Hindernis für Rollstuhl und Rollator

svz.de von
erstellt am 29.Okt.2017 | 04:45 Uhr

So schnell konnte Günter Gaida gar nicht gucken, da lag er schon auf der Seite – mitsamt seinem schweren Elektrorollstuhl. „Ich habe durch das viele Laub die Bordsteinkante des Bürgersteigs nicht gesehen“, sagt der 80-Jährige fast entschuldigend. Dabei ist das nicht der alleinige Grund, wie Klaus Ortmann weiß: „Das kommt hier ständig vor, dass vor allem die älteren Leute mit Rollator oder Rollstuhl Schwierigkeiten haben, diese Kante zu überwinden“, so der Gadebuscher, der in unmittelbarer Nähe wohnt.

Es geht um den Bürgersteig in der Jarmstorfer Straße, am Friedhof entlang. Ein Teilstück davon wurde unlängst frisch gepflastert, das andere ist noch im alten Zustand. Beide sind durch eine Friedhofseinfahrt voneinander getrennt. Diese ist zudem mit Kopfsteinpflaster, den so genannten Katzenköpfen, befestigt.

Ortmann war es auch, der dem Rentner aufhalf. „Mit vier Mann haben wir dann auch den schweren Rollstuhl wieder aufgerichtet“, berichtet Ortmann. Es war in seinen Augen ein Glück für Günter Gaida, dass so viele Leute in der Nähe waren und auch gleich spontan halfen und mit anpackten. Er kann nicht verstehen, warum der Bauhof der Stadt das nicht in Ordnung bringt.

Im Laub kaum zu erkennen: Die Bordsteinkante des Bürgersteiges.
Im Laub kaum zu erkennen: Die Bordsteinkante des Bürgersteiges.
 

„Diese Übergänge sind gerade für gehbehinderte Menschen eine große Gefahrenquelle, an einer Stelle kommt dann noch der hohe Bordstein hinzu – ich hoffe, dass die Verantwortlichen sich des Problems annehmen und eine Lösung finden“, so Klaus Ortmann. Zur Unterstützung möchte er auch den Seniorenbeirat der Stadt an seiner Seite wissen.

Elli Brusch, die neue Vorsitzende des Seniorenbeirats zeigte sich bestürzt über den Vorfall und sagte sofort Unterstützung durch ihren Interessenverband zu. „Ich werde mich mit Jutta Stüber, der Vorsitzenden des Behindertenvereins Gadebusch kurzschließen, damit wir von beiden Seiten Druck machen können“, so Brusch auf Nachfrage der SVZ. Die Stadtverwaltung müsse sich generell noch intensiver um die Belange ihrer älteren Einwohner kümmern, denn es werden immer mehr. Zwangsläufig wird dadurch die Bevölkerung insgesamt gebrechlicher.

Bei Bürgermeister Ulrich Howest (parteilos) indes rennen sie, zumindest was die Stolperstelle in der Jarmstorfer Straße betrifft, offene Türen ein. Auch er hat inzwischen von dem Vorfall Kenntnis erlangt. „Ja, wir werden da kurzfristig eine Lösung finden und das so schnell es eben geht beheben“, sichert das Stadtoberhaupt zu. Er wisse zwar noch nicht genau wie das genau aussehen wird und was das kostet, aber der Leiter des Städtischen Bauhofs, Uwe Tews, werde sich die betreffende Stelle ansehen. „Das wird auf jeden Fall in der nächsten Woche angegangen“, so Howest. Damit gibt er das in Auftrag, was ohnehin ureigenste Aufgabe der Stadt im Bereich ihrer öffentlichen Straßen und Wege ist: ihre Verkehrssicherungspflicht.

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