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Technikschule in Wismar : „Hier darf ich mal der Gute sein“

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Tobias Serner ist Lehrer und unterrichtete gestern zum ersten Mal an der neuen Technikschule des Phantechnikums

Gute Nachrichten für Schüler zwischen Rehna und Rügen: Gestern nahm die Technikschule des Landestechnischen Museums ihren Schulbetrieb auf. Erster und einziger Lehrer ist Tobias Serner, der zur Hälfte am Gymnasium Dorf Mecklenburg und zur anderen Hälfte am Phantechnikum unterrichtet. „Hier darf ich mal der Gute sein“, sagt der 34-Jährige über seinen außergewöhnlichen Job im Museum. Denn Zensuren – und schon gar nicht schlechte – muss er hier keine erteilen. Das übernehmen die Lehrer der jeweiligen Schulen, die jetzt mit ihren Klassen zur Technikschule ins Phantechnikum kommen können.

Als außerschulischer Lernort bietet das Museum damit ab sofort für Schulen aus Mecklenburg-Vorpommern eine Alternative zum Schulunterricht in den alltäglich besuchten Schulräumen an. Und zwar für alle Klassenstufen. Die angebotenen Themen sind vielfältig und tangieren eine Vielzahl von Schulfächern. Werken genauso wie Sachunterricht, Physik, Mathematik, Arbeit-Wirtschaft-Technik (AWT), aber auch Deutsch, Geschichte, Wirtschaft und Sozialkunde.

So beschäftigen sich Schüler der unteren Klassen bei „Fit in den Frühling“ und „Sicher durch den Herbst“ mit allem Wissenswerten rund ums Fahrrad. Gymnasiasten hingegen können die „Energie für die Zukunft“ erkunden. Darüber hinaus werden Themen angeboten von „Flugzeuge können fliegen, ohne mit den Flügeln zu schlagen“ über „Aufbau und Funktion von Maschinen“ und „Antriebe von Kraftfahrzeugen“ bis zu „Flugzeugbau an der Ostseeküste“.

„Häufig ist es Schulen beispielsweise im Fach AWT nicht möglich, den Unterricht optimal durchzuführen, weil ihnen die Ausstattung fehlt“, sagt Tobias Serner. Hier könne man mit der Technikschule ansetzen. Werkbänke, Werkzeug, eine robuste Umgebung – hier sei Unterricht wie im Rahmenplan vorgesehen, durchführbar. Und das hat sich offenbar schon vor der gestrigen Eröffnung an den Schulen herumgesprochen. Denn Anfragen für diese Form des außerschulischen Unterrichts gibt es bereits einige. Den Anfang machte gestern sogar eine Klasse des Gymnasiums aus Reutershagen. „Das ist aber durchaus nicht ungewöhnlich. Wir haben viele Schulklassen aus dem Rostocker Raum, die das Museum besuchen“, erklärt Andrej Quade.

Zwei bis drei Klassen könne man in der neuen Technikschule optimal pro Tag unterrichten, so der Museumsdirektor, der darüber hinaus auf einen kleinen positiven Nebeneffekt setzt. „Ich kann mir schon vorstellen, dass der eine oder andere Schüler nach Hause kommt, seinen Eltern von dem Unterricht erzählt und sie dann anstachelt, unser Museum gemeinsam und in aller Ruhe noch einmal zu besuchen“, sagt der oberste Hüter aller musealen Schätze des Phantechnikums.

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erstellt am 04.Mai.2016 | 05:00 Uhr

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