Abschied von Wismar : Hesse packt ihre Koffer

Als „Beraterin des Königs“  wechselt Landrätin Birgit Hesse von Wismar nach Schwerin, das glaubt zumindest    ihre  sechsjährige Tochter. Aus dem Landratsamt nimmt Hesse dieses Kennzeichen und ein Bild mit Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder mit.
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Als „Beraterin des Königs“ wechselt Landrätin Birgit Hesse von Wismar nach Schwerin, das glaubt zumindest ihre sechsjährige Tochter. Aus dem Landratsamt nimmt Hesse dieses Kennzeichen und ein Bild mit Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder mit.

Ihr neues Ziel ist das Schweriner Sozialministerium. Von dort aus will sie Landkreise finanziell entlasten

svz.de von
24. Dezember 2013, 05:30 Uhr

Sie fährt einen schnellen Wagen und hat eine rasante Karriere hingelegt: Birgit Hesse. Die Noch-Landrätin von Nordwestmecklenburg soll am 14. Januar zur neuen Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales von MV ernannt werden. Gestern zog sie Bilanz ihrer fünfjährigen Amtszeit zwischen Schaalsee und Salzhaff. Die 38-Jährige steckte zudem erste Ziele ihrer künftigen Arbeit als Ministerin ab. So will Hesse Landkreise in MV im Bereich Jugend und Soziales nach Möglichkeit finanziell entlasten. „Es ist wichtig, Transparenz bei den Kosten und Ursachen in diesem Bereich hineinzubekommen und dann nach Lösungen zu suchen. Das habe ich mir fest vorgenommen“, sagte die designierte Sozialministerin in Wismar. Einen Blankoscheck für Landkreise werde sie aber nicht ausstellen.

Ein weiteres Thema für die SPD-Frau sind Gleichstellungsfragen: „Mich ärgern zum Beispiel Reaktionen wie ,Oh Gott, wie schafft sie das mit Familie’? Nach wie vor ist es in einigen Köpfen offenbar drin, dass Frauen sich zu Hause um Kinder kümmern und Männer arbeiten. Wenn es in der heutigen Gesellschaft nicht möglich ist, auch mit Familie ein Ministerium zu leiten, läuft hier etwas falsch. Egal ob man Mann oder Frau ist.“

Baustellen in Nordwestmecklenburg lässt Birgit Hesse mit ihrem Aufstieg in die Ministerriege durchaus offen. Da wäre zum Beispiel die nie fertig gewordene Marina Hohen Wieschendorf. Als vererbte „Alt-Baustelle“ stuft Hesse die Marina-Problematik gestern ein. Und sie verteidigt die Entscheidung, dass das Vorhaben, so wie es ursprünglich angedacht war, nicht mehr zu realisieren gewesen sei. „Aus unserer Sicht müssen Investor und Gemeinde in eine neue Planung gehen. Dazu stehe ich auch“, so Hesse.

Rückblickend auf die vergangenen Jahre überwiege für Hesse jedoch die Zeit der Höhen und nicht die der Tiefen. Besonders prägend sei es gewesen, als nordwestmecklenburgische Delegationsleiterin nach China zu fahren. Die Initiative dazu kam vom Gadebuscher Gymnasium und es sei von einer kleinen Stadt in Asien die Rede gewesen. „Wir wurden dann in einer Millionenstadt wie bei einem Staatsempfang begrüßt, was ich zuvor nur aus dem Fernsehen kannte. Als ,tolles’ Gastgeschenk hatten wir Stoffbeutel mit der Aufschrift Nordwestmecklenburg dabei. Aber das Ganze hatte einen Mehrwert, denn daraus entstanden ist die Schulpartnerschaft mit dem Gadebuscher Gymnasium“, so Hesse.

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