Interview mit Landrätin : Hesse: Das ist schlechter Stil

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Landrätin wehrt sich im SVZ-Interview gegen Vorwürfe aus Grevesmühlen

svz.de von
14. Dezember 2013, 00:00 Uhr

In einem dreiseitigen offenen Brief des Amtes Grevesmühlen-Land wird Landrätin Birgit Hesse mit Kritik konfrontiert. Im SVZ-Interview mit Redakteur Michael Schmidt bezieht Hesse Stellung zu den Vorwürfen.

Frau Hesse, was ist dran an der Befürchtung, dass entgegen der Beteuerung die Malzfabrik in Grevesmühlen leergezogen werden könnte?

Birgit Hesse: An dieser Befürchtung ist überhaupt nichts dran. Ich habe mehrfach betont, dass die Malzfabrik in Grevesmühlen ausgelastet bleibt. Es gibt hierzu einen Kreistagsbeschluss, der die volle Auslastung der Malzfabrik mit Mitarbeitern des Landkreis genauso beinhaltet wie die Optimierung der nicht befriedigenden Unterbringungssituation am Kreissitz in Wismar mit derzeit vier Standorten.

Was sagen Sie zum Vorwurf der mangelnden Transparenz bezüglich der Baukosten in Wismar?

Dieser Vorwurf ist völlig unzutreffend. Es gibt eine Berechnung der Kosten und diese ist zu jeder Zeit offen kommuniziert worden. In der jüngsten Beratung mit den Leitenden Verwaltungsbeamten und Amtsvorstehern im November habe ich erneut entsprechend informiert und ihnen diese Informationen auch schriftlich zugestellt. Es gab in diesem Zusammenhang keine offenen Fragen, sondern Zustimmung.

Was entgegnen Sie der Kritik, das Sie sich mit der Fokussierung auf Wismar immer weiter vom Ideal einer bürgernahen Verwaltung entfernen?

Diese Kritik ist aus meiner Sicht völlig unzutreffend – denn es bleibt bei zwei Verwaltungsstandorten: Wismar und Grevesmühlen. Seitens der Bürger gibt es diesbezüglich auch keine Beschwerden – Beschwerden gibt es nur hinsichtlich der unzureichenden Bedingungen in Wismar bedingt durch die Unterbringung der Verwaltung und die ungenügende Barrierefreiheit.

Werden Sie das Bauvorhaben in Wismar stoppen – denn welchen Nutzen haben Gebäude in Wismar noch, wenn sich der nächste Kreistag für einen Sitz der Verwaltung in Grevesmühlen entscheidet sollte?

Der Kreissitz ist per Landesgesetz festgeschrieben worden und hätte nur zu Beginn dieser Wahlperiode vom Kreistag verändert werden können. Das wäre im Herbst 2011 gewesen. Der Kreistag hat sich aus meiner Sicht bewusst für den Kreissitz und damit die Kreisstadt Wismar sowie für den Verwaltungsstandort Malzfabrik in Grevesmühlen entschieden. Diese Festlegung hat sich bewährt und ist ein vernünftiger Kompromiss.

Wie stufen Sie den offenen Brief des Amtes Grevesmühlen-Land ein?

Für mich ist es nicht der richtige Weg und keine geeignete Form des Umgangs miteinander auf diese Weise in die Öffentlichkeit zu gehen. Guter Stil heißt für mich, konstruktiv in der Sache zu diskutieren und die Fakten konkret zu hinterfragen. Ich verstehe, dass man sich insbesondere in Grevesmühlen Gedanken diesbezüglich macht. Ich habe auch schon oft Antworten zu diesem sehr komplexen Thema gegeben und wäre immer wieder zu einem sachlichen Gespräch bereit.

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