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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. Oktober 2017 | 17:28 Uhr

Gadebusch : Hempel kauft Honnis Schlafwagen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die Weichen für ein neues touristisches Vorhaben sind in der Stadt Gadebusch gestellt

von
erstellt am 08.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Knapp zwei Jahre nach der Eröffnung des denkmalgeschützten Gadebuscher Bahnhofs sind in der Kleinstadt die Weichen für ein weiteres Tourismusprojekt gestellt worden. So sollen Einheimische und Touristen künftig wie Staatsoberhäupter nächtigen können – in einem original Salon-Schlafwagen aus dem ehemaligen Regierungszug der DDR-Staatsführung.

Der Gadebuscher Unternehmer Holger Hempel sicherte sich „Honnis Schlafwagen“ und will ihn am Burgsee zu einer neuen touristischen Attraktion machen. Am Mittwoch, 30. April, soll der 24,5 Meter lange Waggon in Gadebusch ankommen. „Eine internationale Spedition wird quer durch Mecklenburg-Vorpommern diesen Schwertransport mit einer Gesamtlänge von 36 Metern und einem Gesamtgewicht von 89 Tonnen von Pasewalk nach Gadebusch in dieser Nacht durchführen“, kündigt Hempel an.

Noch steht der Salon-Schlafwagen in Pasewalk. Über die A20 soll er von dort bis zur Anschlussstelle Schönberg gefahren werden. Von dort aus soll es weiter gehen über Roduchelstorf, Rehna, Nesow, Holdorf bis Gadebusch. Dann steht der Fahrer des Sattelschleppers vor einer kniffligen Aufgabe. Er soll den Schwerlasttransporter von der Steinstraße aus rückwärts durch die komplette Bahnhofstraße lenken.

Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest will die Ankunft des Wagens auf keinen Fall verpassen. „Ich hätte mir als Eisenbahnfan nie träumen lassen, dass der Salon-Schlafwagen aus dem ehemaligen Regierungszug der DDR-Staatsführung Station in Gadebusch machen würde. Das ist eine super Idee, die viele Besucher anlocken wird. Herr Hempel ist immer für eine Überraschung gut“, so Howest.

Was bislang nur wenige Leute wissen: Die Waggon-Idee hatte Robert Götte, Koch des Restaurants „Station Burgsee“. Auf der Suche nach einem geeigneten Wagen stieß Holger Hempel dann auf „Honnis Schlafwagen“. Er bietet Platz für zwölf Leute, verfügt über sechs Zwei-Mann-Zimmer.

Die DDR-Oberen hatten sich mehrere Reichsbahnzüge ausstatten lassen. Im Regierungszug fuhr etwa 1970 DDR-Ministerpräsident Willi Stoph zu seinem Treffen mit Bundeskanzler Willy Brandt. Zu Erich Honeckers Zeiten soll das diplomatische Corps mit dem Stolz der Deutschen Reichsbahn zur jährlichen Hasenjagd gefahren sein. 

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