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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

20. November 2017 | 01:34 Uhr

Helfen Tempolimits und Alhoholverbot?

vom

svz.de von
erstellt am 24.Feb.2012 | 11:25 Uhr

Zu schnelles Fahren ist in Deutschland die Ursache Nummer eins für schwere Unfälle. Erstmals seit 20 Jahren starben 2011 wieder mehr Menschen auf deutschen Straßen. Fachleute sehen darin zwar keine Trendwende. Sie mahnen aber, es bleibe viel zu tun. Andernfalls werde die Bundesregierung ihr Ziel nicht erreichen, bis 2020 die Zahl der Verkehrstoten um 40 Prozent zu senken. Hintergründe von Ira Schaible, dpa.

Was ist 2011 auf den Strassen passiert?
3991 Menschen sind 2011 bei Unfällen in Deutschland gestorben, 343 mehr als im Jahr zuvor. Damit ist die Zahl der Verkehrstoten erstmals seit 20 Jahren wieder gestiegen, hat aber noch nicht den Stand von 2009 erreicht (4152). Rekordjahr seit Einführung der Statistik (1953) war 1970 mit 21 332 Toten in der Bundesrepublik und der DDR. Seither ging die Zahl nach unten – mit Ausnahme eines kurzen Anstiegs direkt nach der Deutschen Einheit (1990 und 1991).

Ist das Wetter schuld?
Die Statistiker nennen die Witterung als Grund für den Anstieg der Verkehrstoten. Tatsächlich locken milde Temperaturen vor allem mehr besonders schlecht geschützte Motorrad- und Fahrradfahrer auf die Straße. „In harten Wintern mit viel Schnee fahren die Leute auch langsamer Auto, und es sind weniger Motorradfahrer unterwegs“, ergänzt Maxi Hartung vom ADAC. Dennoch warnen die Verkehrsexperten vor einer Vereinfachung.

Was bringt ein Tempolimit?
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) plädiert für Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in Ortschaften. Studien zeigten, dass bei einem Zusammenstoß bei Tempo 50 acht von zehn Menschen ums Leben kämen, bei Tempo 30 seien es zwei bis drei, sagt Anja Hänel vom VCD. Viele kleine Tempo-30-Zonen führten dazu, dass Autofahrer sich ärgerten und nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung hielten. Die Unfallforscher der Versicherer (UDV) wollen mehr Tempo 30-Zonen und regelmäßigere Kontrollen. Der Auto Club Europa (ACE) setzt auf Pädagogik und lobt Autobahnbrücken, auf denen den Fahrern erklärt werde, weshalb sie langsamer fahren müssen (Aquaplaning, Stau usw.).

Alkohol ist bei vielen Unfällen im Spiel. Hilft ein Verbot?
Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR), der ACE und andere Fachleute sind für ein absolutes Alkoholverbot am Steuer. Die Erfahrungen bei Fahranfängern seien sehr gut. Unter dem Motto „Wer fährt, trinkt nicht, und wer trinkt, fährt nicht“ lasse sich ähnlich wie beim Rauchverbot ein gesellschaftlicher Konsens erreichen, sagt Rainer Hillgärtner vom ACE. Der VCD plädiert dafür, mehr „Discobusse“ auf dem Land einzusetzen.

Ist die Fahrausbildung streng genug?

Viele Fachleute wollen für Fahranfänger zusätzliche Fahrschulstunden einführen und die Ausbildung auf mehrere Stufen ausweiten.

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