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Das Ja-Wort in Gadebusch : Heiraten im Bahnhof ab heute möglich

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Im Terminbuch des Restaurants Station Burgsee finden sich etliche Reservierungen für Hochzeiten, nur eine fehlt: Die der ersten Hochzeit, bei der die standesamtliche Trauung im alten Bahnhof am Burgsee stattfinden kann.

svz.de von
erstellt am 01.Jul.2013 | 12:05 Uhr

Gadebusch | Im Terminbuch des Restaurants Station Burgsee finden sich etliche Reservierungen für Hochzeiten: Feiern von kleinen und großen Gesellschaften, Feiern von Einheimischen und Nicht-Einheimischen, Feiern zu jeder Jahreszeit. Eine Eintragung fehlt allerdings bislang im Kalender: Die der ersten Hochzeit, bei der auch die standesamtliche Trauung im alten Bahnhof am Burgsee stattfinden kann.

Denn obwohl dies offiziell ab heute möglich ist (wir berichteten), hat sich bisher kein Paar für eine Trauung angemeldet. Und das, sagt Nadine Miller, Chefin des Restaurants, liege nicht an mangelndem Interesse. "Es gab mehrere Paare, die bei uns heiraten wollten, in den vergangenen Wochen jedoch vom Standesamt abgewiesen wurden", berichtet Miller. Drei Paare, unter anderem aus Wakenstädt und Schwerin, hätten sogar bereits wegen konkreter Termine im Juli und August beim Standesamt angefragt. Allen sei mitgeteilt worden, dass das Heiraten in der Station Burgsee nicht möglich sei. Und alle hätten sich schließlich entschieden, zwar in der Station Burgsee zu feiern, die standesamtliche Trauung jedoch im Standesamt vornehmen zu lassen.

"Zum Zeitpunkt der Anfragen fehlten uns zwar noch Stempel und Unterschrift von der Standesamts-Aufsicht, doch es war immer klar, dass es darauf hinauslaufen würde, dass wir die Genehmigung bekommen", erklärt Miller. Dies bestätigt Amtsvorsteher Rico Greger: "Die Dinge, die nachgebessert werden mussten, waren Kleinigkeiten, die den Betrieb nicht aufgehalten hätten." Allerdings: Die interessierten Hochzeitspaare waren zu diesem Zeitpunkt schon längst wieder abgesprungen. "Die Paare brauchen Planungssicherheit und klare Fakten. Wenn sie dann solche Informationen im Standesamt bekommen, ist mehr als verständlich, dass ihnen das zu unsicher ist", sagt Restaurant-Chefin Miller. "Man denkt, man macht was Schönes, bringt viel Engagement, Geld und Mühe auf, um ein angemessenes Trauzimmer einzurichten, und erlebt dann so etwas", zeigt sie sich enttäuscht.

Es ist die Fortsetzung eines Streits, der schwelt, seit vor rund zehn Monaten erstmals die Idee diskutiert wurde, Hochzeiten in dem sanierten Bahnhof anzubieten. Die Fakten sind schnell erzählt: Während unter anderem Stadtvertreter, Amtsvorsteher Rico Greger und Bürgermeister Ulrich Howest das Vorhaben befürworteten, hatte sich Andreas Lausen, Leitender Verwaltungsbeamter, von Anfang an dagegen ausgesprochen. Er sei gegen einen Wanderzirkus beim Standesamt, hatte Lausen damals erklärt. Anfang des Jahres schließlich hatte Amtsvorsteher Greger, in dessen Zuständigkeit die Entscheidung lag, mit einem Machtwort für Klarheit gesorgt - und eine deutliche Entscheidung für Trauungen in der Station Burgsee gefällt. Vor rund sechs Wochen wurde schließlich bekannt gegeben, dass Hochzeiten im Bahnhof vom 1. Juli an möglich seien.

Er sei überzeugt, dass die Vorbehalte der vergangenen Diskussionen ausgeräumt seien, erklärte Greger jetzt gegenüber der SVZ. "Wir wollen zusammen, dass das für alle eine erfolgreiche Sache wird." Und auch Bürgermeister Ulrich Howest ist nach wie vor begeistert von der Idee. "Das hat ein absolutes Alleinstellungsmerkmal im norddeutschen Raum. Ich bin überzeugt, dass sich dadurch für die Stadt positive Auswirkungen ergeben werden - vielleicht nicht sofort, aber langfristig."

Zudem, so Howest, werte er es als gutes Zeichen, wenn man sich für Dinge einsetze, die schließlich auch umgesetzt würden - "auch wenn die Verwaltung dagegen ist." Andreas Lausen indes sagte: Nichts. Weder er noch Mitarbeiter des Standesamtes würden irgendwelche Auskünfte zum Heiraten in der Station Burgsee geben, erklärte der Leitende Verwaltungsbeamte auf Nachfrage.

Der alte Gadebuscher Bahnhof als Ort zum Heiraten fügt sich in eine Liste ganz verschiedener Alternativen zu den Standesämtern in der Region. So können sich Paare im Rauchhaus Möllin, auf den Schlössern Wedendorf, Wiligrad, Kaeselow, auf Gut Grambow und im Seehotel Cramonshagen das Ja-Wort geben. Paare, die in der Station Burgsee heiraten möchten, was ab heute möglich ist, müssen sich mit dem Gadebuscher Standesamt in Verbindung setzen, das den Termin dann weiterleitet.

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