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Giftspritzer in Thandorf : Heckenschütze treibt sein Unwesen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gut 20 Meter lange Strauchreihe rund um die beliebte Trafobar mit Pflanzengift vernichtet. Gemeinde erwägt Anzeige gegen Unbekannt

svz.de von
erstellt am 28.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Glyphosat ist ja momentan in aller Munde. Verbieten, oder aber nicht? Schädlich, ja oder nein? Und wenn ja, wie sehr? Diskussionen allerorten. In Thandorf indes läuft das anders. „Fakten schaffen“ heißt hier das Motto eines unbekannten Heckenschützen, der mit einem glyphosathaltigen Unkrautbekämpfungsmittel eine 20 Meter lange Strauchreihe offenbar ganz gezielt aus der Luft bekämpfte. Ein Gifteinsatz, den die zuvor in zartem Grün aufgegangene Hecke nicht überlebte. Braun, wie verdorrt und unansehnlich umzäunt sie nun die als Treffpunkt beliebte Trafobar in der Dorfmitte.

„Das ist schon echt kaltschnäuzig, mitten in der Ortsdurchfahrt eine Hecke mit Pflanzengift zu besprühen. Das kann der Täter doch nur in der Dunkelheit gemacht haben. Sonst hätte ihn mit Sicherheit jemand darauf angesprochen, was er da treibt“, zeigt sich Wolfgang Reetz entsetzt. Vermutlich habe der Giftspritzer „Roundup“ verwendet – ein frei verkäufliches und hoch effektives Pflanzengift auf der Basis von Glyphosat. Die Hecke behindere doch niemanden, vermutlich hat sie irgendjemandem nicht gefallen, so der Bürgermeister der kleinen 140 Einwohner zählenden Gemeinde.

Eine Gemeinde, in der jeder jeden kennt. Und so habe man bereits eine Vermutung, aus welcher Ecke der Täter kommen könne. „Wir erwägen jetzt, eine Anzeige gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung zu erstatten“, sagt der erste Mann im Ort. Darüber werden die Gemeindevertreter schon auf ihrer nächsten Sitzung am 6. Juni beraten.

Doch dem Entsetzen folgte in Thandorf schnell die Frage nach dem „Und nun?“. Das ist allerdings nicht wirklich eine Frage. Denn die Thandorfer wären keine Thandorfer, wenn sie sich durch so einen Heckenschützen einschüchtern lassen würden. „In der Gemeindevertretung haben wir schon beschlossen, die Hecke neu zu pflanzen“, kündigt Wolfgang Reetz Taten an. Zeitpunkt Herbst, Kostenpunkt circa 1000 Euro. Geld, das den Gemeindehaushalt außerplanmäßig belasten wird. Geld, das für andere Dinge eingeplant war. Doch wenn man auf diese Weise das Verhalten einiger Bürger korrigieren müsse, müssten leider alle darunter leiden.

Nichts desto trotz will sich der Dorfverein den Spaß nicht verderben lassen und lädt am heutigen Sonnabend ab 19 Uhr zum ersten geselligen Abend des Jahres in die Trafobar ein.

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