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Zerkarien im Schönberger Badeteich : Hautausschlag nach Badevergnügen

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Wieder einmal Ärger mit Zerkarien in Schönberg. Die ekligen Saugwürmer tummeln sich vergnügt im Badeteich. Betroffene Kinder sind geschock. Unbeschwertes Planschen ist in den kommenden heißen Tagen nicht möglich.

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erstellt am 03.Jul.2013 | 10:12 Uhr

Schönberg | Im Schönberger Badeteich gibt es wieder einmal Ärger mit Zerkarien. Gut anderthalb Wochen ist es her, da wollte Sebastian Runzer (10) an einem heißen Tag unbeschwert im Wasser planschen. Zusammen mit Freunden. Doch nach dem Baden fing es mit einem Mal an zu jucken. Und es hörte nicht auf. Auch zu Hause nicht. Die Nacht sei für ihn fast unerträglich gewesen, schildert seine Mutter Anke. Doch der richtige Schock für sie kam am nächsten Morgen. Sebastians ganzer Körper war rot. "Windpocken können es nicht gewesen sein, die hatte er schon", war sich die Mutter des Jungen sicher.

Der Tochter einer Kollegin ging es ähnlich. Auch sie hatte Pusteln am Körper. Auch sie war baden im Badeteich. Deshalb ist sich Anke Runzer sicher: "Das kommt vom Baden." Drei Tage musste sich ihr Sohn ständig kratzen, weil es so sehr gejuckt hat. Für sie steht fest: "In dem Teich kann keiner mehr baden gehen."

Sebastian Runzer ist kein Einzelfall, weiß die Direktorin der Regionalen Schule mit Grundschule, Sabine Hoffmann. "Es haben wieder viele Kinder Ausschlag." Auch der Vorsitzende des Badeteichvereins, Michael Heinze, gibt das unumwunden zu. "Wir wissen aus Gesprächen mit einigen Eltern, dass solche Fälle wieder aufgetreten sind." Dass der Badeteich noch geöffnet ist, hat einen oder mehrere Schönberger offensichtlich sehr geärgert. Ende vergangener Woche stand ein Schild vor dem Badeteich mit dem Hinweis: "Zerkarien sind wieder da, Vorsicht! Gesundheitsgefahr."

Michael Heinze, der auch Bürgermeister der Kleinstadt ist, empfindet das Anbringen des Schildes als "Rufschädigung": "Das ist ziemlich hinterhältig, weil man mit Zerkarien ja eine Gesundheitsgefährdung verbindet." Gefährlich für die Gesundheit sei der Kontakt mit Zerkarien aber nicht, betont Heinze. "Das haben wir von Ärzten bestätigt bekommen und auch vom Gesundheitsamt."

Zu Zerkarien zählen zum Beispiel der Kleine Leberegel, der Große Leberegel, der Lungenwurm, der Riesendarmegel, der Pärchenegel und auch der Entenfloh. Das Erscheinungsbild nach Kontakt mit diesen Tieren sei unterschiedlich, weiß Heinze. So gebe es Kinder, die "kleine, feine, rote Punkte" auf der Haut hätten, und andere mit Fünf-Cent-Stück großen Flecken, "die aber alle nach rund einem Tag wieder verschwinden."

Das Problem mit Zerkarien ist nicht neu beim Badeteich. Bereits vor zwei Jahren bereiteten die kleinen Tierchen dem Verein Kopfzerbrechen. Damals musste das Freibad sogar geschlossen werden - auf Anweisung des Gesundheitsamtes des Kreises. Jetzt gibt es also erneut Beschwerden. "Von vermehrten Zerkarien können wir aber nicht ausgehen", so Heinze. Der Badeteichvereinsvorsitzende versucht zu beruhigen und sagt: "Diese kleinen Tierchen sind ständig im Wasser - sowohl hier im Badeteich als auch in anderen Freigewässern." Da im Badeteich wie auch in natürlichen Seen kein Chlor und keine anderen Chemikalien zum Einsatz kämen, würden die Zerkarien nicht "nachhaltig beseitigt."

Probleme mit der Qualität des Wassers gebe es aber keine, versichert Heinze. Das habe auch das Gesundheitsamt Nordwestmecklenburg bestätigt. Anhand von fünf Kriterien werde das Badewasser regelmäßig überprüft. "Kolibakterien, Streptokokken usw., da haben wir immer eine 1a-Qualität." Allerdings schränkt der Vorsitzende des Badeteichvereins ein: "Zerkarienbefall ist nicht darunter." Das heißt also, ob und wie viele Larven bestimmter Parasiten das Wasser im Badeteich bevölkern, werde bei den Wasserproben nicht überprüft. Allerdings sei es laut Heinze auch "sehr schwer", Zerkarien in Wasserproben nachzuweisen. Und selbst wenn, viel machen könne der Badeteichverein bei dem Problem nicht. "Wenn bestimmte Bedingungen gleichzeitig auftreten, gibt es vermehrt Zerkarien", so Heinze. Welche Bedingungen das sind, wisse er aber nicht. Klar sei aber: Die Anzahl der "kleinen Tierchen" könne durch das Absammeln von Schnecken am und im Wasser verringert werden. "Das macht unser Hausmeister auch täglich." Schnecken sind sogenannte Zwischenwirte für die Zerkarien.

Um das Risiko roter Flecken oder Pusteln zu minimieren, rät der Badeteichvorsitzende den Gästen, sich nach dem Baden ordentlich zu duschen und die Haut abzutrocknen. "Weil die Haut dann mechanisch gereizt wird und die Zerkarien so abgewaschen und abgerubbelt werden."

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