Gadebusch : Hausmeisterin gibt Schlüssel ab

Nach 47 Jahren ist Schluss: Veronika Voh beendete gestern ihre Tätigkeit als Hausmeisterin in Gadebusch. Für die Kinder tat sie fast allles und nahm auch Notoperationen an Plüschtieren vor.
Nach 47 Jahren ist Schluss: Veronika Voh beendete gestern ihre Tätigkeit als Hausmeisterin in Gadebusch. Für die Kinder tat sie fast allles und nahm auch Notoperationen an Plüschtieren vor.

Veronika Voh beendet nach 47 Jahren ihren Job in Gadebusch.

von
16. Mai 2018, 05:00 Uhr

Tante Voh sagt Tschüss! Nach 47 Jahren als Hausmeisterin hat sich Veronika Voh endgültig in den Ruhestand verabschiedet. 20 Jahre war sie in Gadebusch zunächst Hausmeisterin der Krippe am Amtsbauhof, danach weitere 27 Jahre in der Awo-Kita „Pippi Langstrumpf“ tätig. Jetzt sagte die 66-Jährige ade – mit einem weinenden und lächelnden Auge. Denn der Hausmeister-Job war ihr Leben. „Den macht man entweder gerne oder gar nicht“, so die Gadebuscherin.

Am meisten vermissen werde sie übrigens nicht ihre Werkstatt sondern die Kinder, für die sie fast alles tat. Und wenn es sein musste, griff sie auch zu Nadel und Faden und startete eine Not-Operation an einem Plüschhund, der seinen Schwanz verloren hatte. „Es gibt eben nichts, was Kinder nicht kaputt kriegen. Was heil bleibt, muss erst noch erfunden werden“, sagt Veronika Voh.

In den Anfangsjahren hatte sie den Kindern zeitweise ganz schön eingeheizt, feuerte 21 Öfen in der Krippe am Amtsbauhof an. Morgens halb vier begann damals ihr Arbeitstag. „Die Kohlen hatte ich noch selbst reingeschleppt und Bäume gefällt, damit ich Holz zum Anheizen hatte. So war das eben. Als Hausmeisterin macht man sowieso alles. Auch malern, mauern, klempnern“, sagt Voh. Nur von der Elektrik ließ die Gadebuscherin die Finger.

Einen guten Draht hatte sie übrigens auch zu Handwerkern, von denen inzwischen nicht mehr alle da sind. Ein persönliches Dankeschön richtet Voh aber an Jörg Abraham: „Wenn zum Beispiel mal etwas geschweißt werden musste, konnte ich immer zu ihm hin.“ Unterstützung habe es auch von Seiten des Hagebaumarktes gegeben. Mal gab es einen Bollerwagen, mal eine Sandkasten für die Kinder.

Am meisten freute sich Veronika Voh aber über die Mädchen und Jungen. „Oft fragten sie mich schon morgens, ,Na, Tante Voh, was machen wir denn heute?‘“ Manche Knirpse seien noch Jahre nach ihrer Kindergartenzeit zu ihr gekommen, um mit ihr zu reden oder sie einfach mal zu knuddeln.

Am letzten Tag ihres Hausmeisterinnen-Lebens schauten jetzt auch ehemalige Kollegen in der Kita „Pippi Langstrumpf“ vorbei, um Veronika Voh für die Zukunft alles Gute zu wünschen. Zu tun habe sie ohnehin genug, zum Beispiel in ihrem eigenen Garten. Und vielleicht denkt sie dort manchmal an die Zeit zurück, als sie beim Harken auf dem Kitagelände Hilfe von der einen oder anderen Rasselbande erhielt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen