Funkloch Thandorf : Handys braucht in Thandorf keiner

Die Funkmasten reichen nicht bis nach Thandorf.
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Die Funkmasten reichen nicht bis nach Thandorf.

Mobiles Telefonieren kennt man in dem kleinen Dorf mangels Netzabdeckung nur vom Hörensagen. Eine Besserung ist aktuell nicht in Sicht

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29. November 2017, 12:00 Uhr

Der Bauernmarkt in der Kunstscheune, das legendäre Schubkarrenrennen über den Dorfteich, gesellige Abende an der Trafobar – wer möchte, kann in Thandorf in aller Ruhe alt werden. Aber denkste! Die Thandorfer, so scheints, haben immer etwas zu meckern, an allem etwas auszusetzen. Jetzt schreien die 150 Frauen, Männer und Kinder auch noch lautstark nach einem funktionierenden Mobilfunknetz! Denn davon sind die zwischen Berg und Tal lebenden Dorfbewohner weitestgehend abgeschnitten (SVZ berichtete). Ob überhaupt und wenn ja, wann sich daran etwas ändern wird, steht in den Sternen des herbstlichen Abendhimmels über der kleinsten Gemeinde des Nordwestkreises.

Gut eine Woche ist mittlerweile ins Land gegangen, seit wir über den mobilfunktechnischen Notstand berichteten. Passiert ist seitdem – nichts. „Bei uns hat sich keiner der drei Mobilfunknetzbetreiber gemeldet“, sagt Wolfgang Reetz. Der Bürgermeister habe inzwischen alle Einwohner, die mit dem Netzbetreiber O2 einen Vertrag abgeschlossen hatten, zusammengetrommelt und diese aufgefordert, beim O2-Kundenservice Druck zu machen. Wolfgang Reetz: „Diese Leute haben doch einen Vertrag mit O2 im Vertrauen auf ein funktionierendes Mobilfunknetz abgeschlossen. Niemand konnte ahnen, dass das Netz irgendwann einmal stillgelegt wird.“ Zwar betreibt O2 einen Sendemast auf einem Wohnblock im benachbarten Schlagsdorf, doch die G2-Frequenz für den Mobilfunk ist dort mittlerweile abgebaut worden.

Natürlich fragte SVZ in der Pressestelle der Telefonica-Tochter O2 nach. Auf die versprochene Antwort auf unsere Fragen allerdings warten auch wir seit mehr als einer Woche vergeblich.

Und das ist leider kein Einzelfall. So lässt sich auch aus der T-Mobile-Pressestelle in Bonn niemand dazu herab, gegenüber unserer Zeitung dazu Stellung beziehen. Deren Kunden wurden von April 2010 bis Juni dieses Jahres über eine Antenne auf einem Scheunendach in der Dorfmitte mit den notwendigen Sendesignalen versorgt. Doch dann wurde eine neue Antenne installiert, die dafür notwendige Umstellung mit einer neuen Elektronik allerdings ist bis heute nicht erfolgt. Mobiles Telefonieren für Thandorfer T-Mobile-Kunden ist seitdem nicht möglich.

Mit Vodafone Deutschland gab nur einer der drei Netzbetreiber bereitwillig und schnell Auskunft zu dem vom Mobilfunk abgehängten Thandorf. „Die etwa 150 Einwohner der Gemeinde Thandorf werden im Vodafone-Netz durch drei umliegende Mobilfunk-Stationen versorgt. Diese Standorte befinden sich in Groß Grönau, nördlich von Niendorf und östlich von Carlow. Allerdings setzen Topographie, Witterung und Vegetation dem Wirkungsradius der Mobilfunktechnik physikalische Grenzen. Daher haben nicht alle Einwohner in dieser Region zu jeder Zeit Handy-Empfang“, erklärt Volker Petendorf.

Nach Aussage des Konzernsprechers sollen aber mittelfristig zwei neue Mobilfunk-Standorte in den Bereichen Klein Neuleben und Duvennest die Qualität und Verfügbarkeit des Netzes auch in Thandorf verbessern. Die Planungen hierfür hätten bereits begonnen, der Realisierungszeitraum lasse sich aber noch nicht einschätzen.

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