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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. November 2017 | 14:21 Uhr

Handwerk wirft Agentur-Chef Ignoranz vor

vom

svz.de von
erstellt am 13.Aug.2012 | 05:03 Uhr

Gadebusch/Wismar | Zwischen der Agentur für Arbeit und dem Wirtschaftsverband Handwerk MV gibt es Streit. Anlass ist ein Vorschlag der Wismarer Arbeitsagentur, wonach Arbeitgeber die Anforderungen an Jugendliche senken sollten. Derartige Forderungen weist Michael Roolf vom Wirtschaftsverband Handwerk MV mit Sitz in der Kreisstadt Wismar zurück. "Aus Sicht des selbstständigen Handwerks ist das die völlig falsche Schlussfolgerung," sagt der Präsident des Wirtschaftsverbandes, Michael Roolf. "Man kann die fehlende Ausbildungsreife vieler Jugendlicher nicht einfach ignorieren", so Roolf weiter. Das moderne Handwerk von morgen stehe ständig vor neuen Herausforderungen, wofür ein gutes technisches Verständnis erforderlich sei, um den hohen Qualitätsansprüchen gerecht zu werden. "Eine Herabsetzung des Anforderungsprofils, wie von der Agentur für Arbeit gefordert, würde automatisch zu Verwerfungen bei der Entwicklung der Handwerksunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern führen", warnt Roolf. Durch den demogra phischen Wandel sei die Anzahl der leistungsstarken Bewerber im Handwerk ohnhein schon drastisch gesunken. In der Folge bleiben viele Lehrstellen unbesetzt.

Den Vorwurf des Wirtschaftsverbandes, die fehlende Ausbildungsreife vieler Jugendlicher ignorieren zu wollen, weist der Leiter der Wismarer Arbeitsagentur, Edgar Macke, zurück. Er verweist gegenüber der SVZ u. a. auf das Angebot der Einstiegsqualifizierung (EQ). Viele Jugendliche, die vielleicht nicht die besten Zensuren aufweisen können, erwiesen sich auf den zweiten Blick als gute Wahl, so der Wismarer Agenturchef. "Es ist wichtig, sich Jugendliche genau anzuschauen und nicht nur nach den Zeugnisnoten zu gehen", betont Macke. "Diese Einstiegsqualifizierung ist geschaffen worden, damit Jugendliche bis zu einem Jahr ein Praktikum bei einem Arbeitgeber durchführen können, was auf die Ausbildung angerechnet werden kann. Beide Seiten lernen sich so besser kennen", sagt Macke.

Ende verangenen Monats hat es in Westmecklenburg 654 Jugendliche gegeben, die einen Ausbildungsplatz suchten. Demgegenüber standen zu dem Zeitpunkt rund 1341 offene Lehrstellen. Mit der Einstiegsqualifizierung gibt es nach Angaben der Arbeitsagenturen eine gute Möglichkeit, junge Menschen an eine Ausbildung heran zu führen - und sich damit eine künftige Fachkraft zu sichern.

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