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GADEBUSCH : Handwerk profitiert nicht von der Flüchtlingskrise

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kreishandwerkerschaft rechnet erst bei neuem sozialen Wohnungsbau mit zusätzlichen Aufträgen

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2015 | 23:06 Uhr

Flüchtlingsstrom und kein Ende. Und weil die Hilfesuchenden nicht nur irgendwo, sondern darüber hinaus vor allem menschenwürdig untergebracht werden müssen, arbeitet die Kreisverwaltung Nordwestmecklenburgs mit Hochdruck an einer Lösung des Problems. Wohnungen müssen her. Eine absolute Notsituation. Und weil das so ist, glaubt so mancher, dass neben potenziellen Eigentümern leerstehenden Wohnraums auch der eine oder andere Handwerker davon profitiert. Vom Badsanierer über den Heizungsbauer von nebenan bis zum Maler. Doch weit gefehlt.

„So viele Flüchtlinge haben wir bei uns noch nicht, dass sich das bei unseren Handwerksbetrieben schon auswirkt“, sagt Antje Lange. Lediglich den Ausbau des ehemaligen Lehrerhauses der Wismarer Claus-Jesup-Schule führt die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Nordwestmecklenburg/Wismar an, wo Betriebe in diesem Zusammenhang tätig sind. Fehlanzeige auch auf SVZ-Nachfrage bei der Maler- und Lackierer-Innung des Nordwestkreises. Derzeit habe man grundsätzlich viel zu tun, sagt deren Obermeister Hans-Jürgen Pagels, doch zusätzliche Aufträge wegen steigender Flüchtlingszahlen gebe es – zumindest noch – nicht.

Und auch der Obermeister der Baugewerbe-Innung Nordwestmecklenburg-Wismar hat Auswirkungen der Flüchtlingskrise auf die Auftragsbücher der Unternehmen im Bauhauptgewerbe noch nicht ausgemacht. „Neue Sozialwohnungen können ja erst gebaut werden, wenn irgendwo Baugebiete ausgewiesen werden und ein Investor auf der Matte steht“, so Jörg Hinrichs. Und selbst dann vergingen schon mal sieben Monate bis zum Einzug. Ganz so schnell bekämen die Betriebe seiner Innung die Auswirkungen also nicht zu spüren.

„Aber neuer sozialer Wohnungsbau wird kommen“, sagt Antje Lange. Eine Herausforderung, der sich die Handwerksbetriebe spätestens dann stellen müssten.

Doch bis es soweit ist, ist der Landkreis weiterhin auf Hilfsangebote von Privatpersonen und Unternehmen angewiesen.

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