Gadebusch : Haltlose Zustände - Eltern wollen Sporthallen-Neubau

Kaputte Fliesen und defekte Mischbatterien in den Duschen sind in den Augen von Björn Hildebrandt noch die geringsten Probleme.
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Kaputte Fliesen und defekte Mischbatterien in den Duschen sind in den Augen von Björn Hildebrandt noch die geringsten Probleme.

Kaputte Duschen, splitternder Hallenboden, Schimmel an den Wänden – das Gebäude muss weg. Die Stadt hat einen Zeitplan bereits fertig

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22. November 2017, 05:00 Uhr

Die Elternvertretung der Heinrich-Heine-Schule macht Druck: „Wir wollen endlich ordentliche Bedingungen beim Schulsport für unsere Kinder haben“, sagt Nicole Kunz, Vorsitzende des Schulelternrates. Sie und ihre Mitstreiter fühlen sich über Jahre hingehalten von der Münzstadt als Träger der Einrichtung.

Zwar wurde die Halle, die aus Mitte der 1980er-Jahre stammt, bereits renoviert und auch das Hygiene-Amt hat nach einer Besichtigung konkrete Regeln für die Reinigung festgelegt (die SVZ berichtete). Doch am eigentlichen Grundproblem ändert das nichts: „Es bildet sich schon wieder Schwarzschimmel – einfache Farbe mit Schimmelstopp reicht da eben nicht“, meint der stellvertretende Vorsitzende vom Schulelternrat, Björn Hildebrandt. Außerdem seien die sanitären Einrichtungen völlig marode, Fenster zum Großteil kaputt.

Der Duschbereich ist alles andere als einladend.
Peter Täufel
Der Duschbereich ist alles andere als einladend.
 

„Neulich bei dem Sturm, da hat es durch diese kaputten Fenster richtig reingeregnet“, berichtet Sportlehrerin Friederike Möller. Außerdem sei das Parkett des Hallenbodens in so schlechtem Zustand, dass sich die Schüler schnell mal einen Splitter einziehen können. „Und im Winter können wir teilweise wochenlang wegen der kaputten Heizung die Halle gar nicht nutzen“, erzählt die Sportlehrerin.

Den Eltern reicht es nun, sie fühlen sich von der Stadt hingehalten, immer sei etwas anderes wichtiger gewesen. Um die Öffentlichkeit auf das Problem aufmerksam zu machen, haben sie die Medien gebeten, darüber zu berichten. Schulleiterin Iris Lehmann ist voll des Lobes: „Ich bin stolz und froh darüber, so eine aktive und engagierte Elternvertretung an meiner Schule zu haben“, sagt die Pädagogin. Seit 2006 ist der Zustand der Turnhalle ein Thema – nun müsse es endlich angegangen werden.

Schimmel bildet sich erneut unter den Fenstern
Peter Täufel
Schimmel bildet sich erneut unter den Fenstern
 

Das hat auch Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest (parteilos) erkannt. Er hat darum den Abriss und Neubau der Schulsporthalle ganz oben auf die Agenda gesetzt. „Ich verstehe, dass die Eltern, Schüler und Lehrer ungeduldig werden und erwarten, dass dort nun endlich etwas passiert“, sagt das Stadtoberhaupt der SVZ. Das ginge aber natürlich nicht von heute auf morgen, so Howest. Da es sich bei dem Gebäude um eine öffentliche Einrichtung handelt, müsse man sich an die diesbezüglichen Regularien halten. „Wir haben in einem ersten Schritt bereits den Planungsauftrag erteilt und rechnen damit, dass dieser noch im ersten Quartal des kommenden Jahres uns fertig vorliegt“, verrät Howest. Dann würde sofort der Bauantrag gestellt. Ist der erteilt, geht es an die öffentliche Ausschreibung der Arbeiten. „Wenn alles gut läuft, können vielleicht noch im letzten Quartal 2018 die Bagger anrücken“, wagt der Bürgermeister eine Prognose. Am Geld jedenfalls werde es nicht scheitern, selbst wenn man dafür einen Kredit aufnehmen müsste.

Am 19. Dezember treffen sich Howest und Elternvertreter zu einem informativen Gespräch.

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