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Bagger vertieft Fahrrinne vor Timmendorf : Hafenzufahrt wieder mit Solltiefe

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Für notwendige Unterhaltungsbaggerung vor Timmendorf auf der Insel Poel werden etwa zwei Wochen veranschlagt

Der Wind hat deutlich zugelegt, zerrt an den Kleidern und bildet bereits Schaumkämme auf den Wellen. Ungeachtet dessen liegt das Baggerschiff „Aase Madsen“, durch zwei lange Rohrstützen gehalten, scheinbar unverrückbar auf Arbeitsposition vor der Timmendorfer Hafeneinfahrt. Dort ist die etwa zwei Wochen andauernde Unterhaltungsbaggerung in vollem Gange.

Ein Kranarm lässt den Greifer immer wieder in den Fahrrinnengrund gleiten. Bald ist der etwa 300 Kubikmeter fassende Laderaum des Spezialschiffes mit dem knallroten Rumpf einer dänischen Reederei satt mit Baggergut gefüllt. Die „Stelzen“ werden eingefahren und die vierköpfige Besatzung nimmt Kurs Richtung Boltenhagener Strand. Dort beginnt die Prozedur in umgekehrter Weise. Das in der Timmendorfer Hafenzufahrt abgetragene Sediment wird dort wieder verwendet, statt es wie üblich auf der Schüttstelle zu verbringen. „Damit erfüllt die durch das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Lübeck beauftragte Maßnahme gleich zwei Funktionen“, so Mario Fröhlich, Leiter des WSA-Außenbezirks Wismar. Geschüttet wird dort von West nach Ost, insbesondere im Strandbereich vor Redewisch und Alt Boltenhagen, erklärt er weiter. Denn dort herrscht aufgrund ungünstiger Strömungsverhältnisse Sandmangel. Das dorthin gebrachte Baggergut soll dafür sorgen, den durch Strömungsverhältnisse bedingten Sandabtrag in Richtung See zu minimieren.
Das Primat bleibt jedoch die Wiederherstellung der erforderlichen Solltiefe von 3,00 Meter für das Lotsenversetzboot in der Timmendorfer Hafenzufahrt.

Inzwischen kommt das Lotsenversetzboot der Timmendorfer Station zurück und prescht im knappen Bogen an dem Baggerschiff vorbei. „Besser lässt sich die Situation hier vor Ort nicht darstellen“, nutzt Fröhlich den günstigen Moment für eine weitere Erklärung. Naturgewalten mit Wind, Wellen und Meeresströmung sorgen in diesem Bereich leider immer wieder für eine Versandung. „Ein deutliches Zeichen waren die mit einem Peilschiff in jüngster Zeit gemessenen Minimaltiefen von nur 2,20 bis 2,30 Metern", heißt es weiter. Deshalb muss die Hafenzufahrt zugunsten der Lotsenversetzung auf 25 Meter Breite und 100 Meter Länge wieder in den Zustand der geforderten Solltiefe versetzt werden. Dabei fallen bis zu 5000 Kubikmeter an Baggergut an. Problematisch sei die Versandung für das Lotsenboot mit dem relativ geringen Tiefgang zwar nicht. Doch bei Eiswinter erfolgt die Lotsenversetzung mit einem stärkeren und tiefer gehenden Schlepper, mit dem dann auch die Fahrrinne freigehalten werden muss. Der hätte dann echte Tiefgangsprobleme und somit kämen das Lotsenboot oder auch andere Fahrzeuge, wie das Seenot-Rettungsboot, nicht zum Einsatz.

Im Anschluss ist das Baggerschiff auch noch für die Gemeinde Poel in Diensten. Denn auch im Hafen sollen noch etwa 1000 Kubikmeter an Seegrund zugunsten der Vertiefung von Gemeindeliegeplätzen ausgehoben werden.  

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erstellt am 18.Apr.2017 | 21:00 Uhr

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