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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. November 2017 | 17:05 Uhr

Gadebusch : Händler trotzen dem Marktsterben

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gadebuscher schätzen die Frischeangebote und die Verkäufer freuen sich auf ihre Stammkunden

Bärbel Rüdiger kommt jeden Donnerstag auf den Marktplatz, um zu ihrem „Fischtag“ Hornfische und Schollen bei Eckhard Faasch zu kaufen. „Früher war ich öfter auf dem Markt, heute eher seltener“, erzählt sie, mit der Begründung, dass vor allem die Anzahl der Marktstände zurück gegangen sei und immer weniger Händler den Weg nach Gadebusch fänden.

Nicht nur in dieser Region gehen die Marktbestände zurück „auch in anderen Kleinstädten stirbt der Wochenmarkt aus“, meint Fischverkäufer Eckhard Faasch. Seit zwölf Jahren kommt er nun nach Gadebusch und verkauft hier jeden Donnerstag seinen Fisch. „Die Fische kommen frisch aus Wismar, Schweden und Rostock“, erzählt er.

Auch Kurt Dettmann kommt seit vier Jahren nach Gadebusch, um hier seinen Stand aufzubauen. Er verkauft Blumen, frisches Obst und Gemüse. Zudem führt seine Frau parallel einen kleinen Obst- und Gemüseladen in Grevesmühlen.

Den Rückgang der Marktbesucher erklären sich die beiden Händler mit dem zunehmend größer werdenden Sortiment der Supermärkte. „Viele Leute denken, im Supermarkt ist es billiger, dabei unterscheiden sich die Preise kaum. Die Äpfel sind bei uns sogar meist günstiger als im Supermarkt“, bemerkt Kurt Dettmann. Der Vorteil von seinem Angebot: „Wir können auf die einzelnen Wünsche der Kunden eingehen, außerdem zeichnet uns die immer frische Ware aus.“ Allerdings: „In den letzen Jahren haben wir weniger Umsatz gemacht, was unter anderem den Supermärkten zuzuschreiben ist.“

Dieses Problem betonte Andreas Lausen, Leitender Verwaltungsbeamter vom Amt Gadebusch, bereits im April gegenüber unserer Zeitung: Nach und nach hätten viele Händler es aufgegeben nach Gadebusch zu kommen, um ihre Waren zu verkaufen – sie machten schlicht keinen Umsatz und stünden in Konkurrenz zu den Supermärkten vor Ort.

Doch für Bärbel Rüdiger ist der Wochenmarkt eine Alternative zu den großen Ketten: „Hier gibt es frischen Fisch – dort nur eingefrorenen.“

Von 7.30 Uhr bis 14 Uhr sind Faasch und Dettmann jeden Donnerstag mit ihren Waren in Gadebusch, und oft sind sie die einzigen Händler. Nicht nur die Anzahl der Kundschaft ist mit der Zeit zurückgegangen, sondern auch die der Verkäufer. „Früher waren hier noch andere Leute, wie Klamottenverkäufer und Käse- und Bonbonverkäufer aus Polen“, sagt Kurt Dettmann.

Trotzdem freuen sich die beiden Händler immer wieder auf die Markttage in Gadebusch und besonders auf ihre Stammkunden. „Ich genieße das Reden mit meinen Kunden“, meint Eckhard Faasch. „Wir sind fast alle per Du, man gibt sich die Hand.“ Eigentlich müsse er als Rentner ja nicht mehr auf Märkte fahren und dort verkaufen, sagt Faasch. „Aber es macht mir eben Spaß.“

 

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