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Historisches Anwesen konnte erneut nicht versteigert werden : Gutshaus Vietlübbe bleibt Ladenhüter

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Die Versteigerung des ehemaligen Gutshauses Vietlübbe ist auch im zweiten Versuch gescheitert. Die Versteigerung historische Anwesens entwickelt sich immer mehr zu einem Pokerspiel. Neuer Termin: August 2013.

svz.de von
erstellt am 12.Apr.2013 | 07:12 Uhr

Vietlübbe/Grevesmühlen | Die Versteigerung des ehemaligen Gutshaus-Ensembles von Vietlübbe entwickelt sich immer mehr zu einem Pokerspiel. So konnte das historische Anwesen auch bei einem zweiten Versteigerungstermin im Grevesmühlener Amtsgericht gestern nicht veräußert werden. Dabei hatten Kaufwillige die Chance, das Gutshaus für die Hälfte des Verkehrswert erwerben zu können. Das wären 30 500 Euro statt 61 000 Euro gewesen.

In dem Gerichtssaal, in dem ansonsten Dienstwagen-Affären, Trunkenheitsfahrten und andere Straftaten verhandelt werden, gab eine Frau lediglich ein taktisches Kaufangebot in Höhe von 5050 Euro ab. Das Gericht versagte von Amts wegen den Verkauf des Anwesens zu diesem Preis. Weitere Gebote wurden in dem insgesamt 30-minütigen Zeitfenster nicht abgegeben.

Einwohner von Vietlübbe zeigten sich enttäuscht über den gestrigen Verlauf. Sie hatten gehofft, dass endlich ein Käufer für das Anwesen gefunden wird und ein Schandfleck im Dorf verschwindet. Sie müssen sich jetzt bis mindestens August gedulden. Dann wird es nach Angaben des Amtsgerichtes voraussichtlich einen weiteren Versteigerungstermin geben.

Immerhin: Seit gestern ist der Preispoker für die ehemalige Gutsanlage eröffnet. Denn durch die Abgabe des einen, taktischen Gebotes werden die Wertgrenzen fallen. Das Objekt kann künftig für weniger als die Hälfte des Verkehrswertes versteigert werden. Das könnte zusätzliche Kaufinteressenten auf den Plan rufen.

Draguns Bürgermeisterin Sabine Schirrmeister geht weiterhin davon aus, dass der bisherige potenzielle Gutshaus-Investor an den Erwerb interessiert ist. Dabei soll es sich um einen Mann aus dem Raum Berlin handeln, der das Anwesen zu Wohnzwecken und für seine Rhododendron-Zucht nutzen will (SVZ berichtete). Warum der Kaufinteressent gestern nicht vor Ort war und ob er Probleme bei der Geldbeschaffung hatte, darüber kann derzeit nur spekuliert werden.

Bekannt wurde gestern, dass das Amt Gadebusch finanzielle Ansprüche im Zuge der Zwangsversteigerung geltend gemacht hat. Dabei handelt es sich vorwiegend um ausgebliebene Steuern und Gebühren in Höhe von rund 63 000 Euro. Zudem meldeten eine Verwaltungs GmbH 238 000 Euro und ein Kreditinstitut 194 000 Euro an. Ob die Drei jemals ihr Geld wieder sehen, ist fraglich.

Seit Jahren versuchte die Gemeinde Dragun, etwas im Fall des Vietlübber Gutshauses zu bewegen. Das unsanierte Gebäude weist massive Schäden auf, weitere Nebengebäude sind abrissreif. Zu DDR-Zeiten war das Anwesen als Betriebsferienheim genutzt worden. Geblieben sind der Schriftzug "Ferienobjekt Theodor Körner", zerstörte Fensterscheiben und genervte Anwohner, die den Schandfleck nicht mehr sehen wollen.

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