Ganzow : Gutshaus präsentiert sich

Die Außenanalge des Anwesens in Ganzow ist in diesem Jahr mit einem neuen Buchsbaumbeet fertiggestellt worden.
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Die Außenanalge des Anwesens in Ganzow ist in diesem Jahr mit einem neuen Buchsbaumbeet fertiggestellt worden.

Am „Tag des offenen Denkmals“ laden die Besitzer des Ganzower Fachwerkhauses zu Besichtigungen ein

svz.de von
11. September 2014, 23:21 Uhr

Eine schmale Tür führt in das alte Fachwerkhaus in Ganzow. Die Eingangshalle ist mit alten Fliesen ausgelegt, denen man ansieht, dass in den vergangenen Jahrzehnten etliche Besucher durch den Raum gingen. „Nach dem Weltkrieg wurden in diesem Haus Flüchtlinge beherbergt. Wenn uns diese besuchen, ist das immer ganz besonders emotional“, sagt Jan Träbing-Westendorf, Besitzer des Gutshauses in dem kleinen Ort bei Gadebusch.

Ebenfalls in diesem Jahr öffnen der Wahlmecklenburger Träbing-Westendorf und Söhnke Borgwardt wieder die Pforten des beliebten Hauses zum Tag des offenen Denkmals. „Wir wollen den Gästen unsere Arbeit zeigen und dieses wundervolle Anwesen mit ihnen teilen“, sagt Träbing-Westendorf stolz. Seit mehreren Jahren nehmen die Beiden an dieser Aktion teil und sind immer wieder über die Resonanz erstaunt: „Es kommen oftmals wiederholt Besucher, die sehen wollen, wie weit wir mit der Sanierung sind und wie viel sich verändert hat.“

In diesem Jahr kann neben dem neu angelegten Garten die neue Treppe hinauf in den ersten Stock bewundert werden. In aufwendiger Handarbeit hat Jan Träbing-Westendorf das Mosaikmuster auf die einzelnen Stufen mit schwarzer Farbe gemalt. „Wir haben extra eine Stufe aufgehoben, damit das Muster auch authentisch ist und dem Original entspricht“, erzählt der Wahlmecklenburger. Ein eher schwieriges Unterfangen war die richtige Lage der Stufen einzustellen, denn „die gesamte Treppe ist genau drei Zentimeter nach rechts geneigt“, erzählt Träbing-Westendorf lachend.

Gleiches gilt für die Fußböden in den Räumen und Fluren. „Dafür haben wir einen speziellen Zimmermann engagiert, der sich mit solchen alten Häusern auskennt – ein normaler Zimmerer hätte da sicher Bauchschmerzen bekommen“, sagt Sönke Borgwardt schmunzelnd.

Noch bis in die Wintermonate hinein sind die Beiden mit dem Sanieren der Wänden beschäftigt – und zwar mit Lehm. Eine große Schublade steht in einem Raum, die immer weiter geschoben wird. „Lehm ist zum Arbeiten einfach klasse. Es lässt sich in der Hand super formen und an den Wänden auftragen sowie verteilen.“ So mache selbst die eintönig Arbeit Spaß.

„Es sieht bestimmt witzig aus, wenn wir mit lehmverkrusteten Händen durchs Haus laufen und die Wände damit bewerfen“, sagt Träbing-Westendorf schmunzelnd.

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