Sanierung : Gutshaus in Ganzow erweckt

Das Gutshaus in Ganzow ist ein prächtiger Bau des Spätbarocks und die größte Dreiflügelanlage in Fachwerkbauweise in MV.  Fotos: mano
1 von 2
Das Gutshaus in Ganzow ist ein prächtiger Bau des Spätbarocks und die größte Dreiflügelanlage in Fachwerkbauweise in MV. Fotos: mano

Das Toilettenhaus ist abgerissen und der Innenausbau läuft weiter /Mitstreiter für Förderverein werden gesucht

svz.de von
31. Juli 2015, 23:25 Uhr

Die richtige Pracht, die die man idyllisch nennen kann, sie eröffnet sich beim Gang durch die Gartentür. Da zeigt das Gutshaus Ganzow, warum sich all die Arbeit lohnt.

2009 entdeckte Jan Träbing das Haus und beschließt zu bleiben. Er schafft den Schutt aus der Ruine, verglast die Fenster neu und räumt den verwilderten Garten auf. Etwas später zieht Sönke Borgwardt ein. Gemeinsam erwecken sie die schöne Dreiflügelanlage aus ihrem Dornröschenschlaf.

Die großen Baustellen haben die Hausbesitzer geschafft, sagen sie. Das Toilettenhaus im Garten zum Beispiel. Anfang des Jahres musste es weichen. Geplant waren zwei Wochenenden für den Abriss. Einige Wochen und 40 Tonnen Bauschutt später war es vollbracht. „Es war so massiv gebaut“, sagt Jan Träbing und schüttelt den Kopf. Eigentlich sei es gar nicht so aufgefallen, erzählt Sönke Borgwardt. Es war zugewachsen und eine alte Blutbuche kaschierte den Klotz. Dann musste die Buche gefällt werden und als die beiden ein zweites Buchsbaumbeet anlegten, war klar: Das Toilettenhaus muss weg. Überhaupt wurde im vergangenen Jahr viel geschafft. Der Herd wurde eingebaut, das Treppenhaus im Westflügel fertiggestellt, fünf Kachelöfen gesetzt, Böden verlegt und im Garten umgestaltet.

In diesem Jahr soll eine Einliegerwohnung bezugsfertig werden, in die eine Freundin einzieht. Der größte Teil der 30 Zimmer ist bereits renoviert. „Wir hatten gerade eine große Lehmlieferung“, sagt Jan Träbing. Deswegen werden im Erdgeschoss in mehreren Zimmern die Wände verputzt. Gemischt mit Pferdemist (für die Decke übrigens Kuhmist, das klebt besser) und Stroh geben der Architekt Borgwardt und der Musiker Träbing dem Haus Stück für Stück seinen alten Glanz wieder. Wichtig ist ihnen, dass das authentisch geschieht. So stehen in den Zimmern ausschließlich alte Möbel und Kachelöfen sorgen für mollige Wärme. Die werden aber ganz neumodisch im Internet ersteigert.

Fertig sind sie mit ihrem Gutshaus aber nicht. Das werden sie nie sein. „Das Haus ist ein Lebensprojekt“, sagt Sönke Borgwardt. So müssen die ersten Fenster schon wieder gestrichen werden. Dabei hilft der Förderverein, den sie vor zwei Jahren reaktiviert haben und für den Mitstreiter gesucht werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen