Löwitz : Gutshaus-Besitzer will verkaufen

Rund 200 Jahre ist das Löwitzer Gutshaus alt und nach Jahren des Leerstands in einem katastrophalen Zustand.  Fotos: Michael Schmidt
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Rund 200 Jahre ist das Löwitzer Gutshaus alt und nach Jahren des Leerstands in einem katastrophalen Zustand.

Für 95 000 Euro und bei Anzahlung von 20 000 Euro würde der Eigentümer das rund 200 Jahre alte Bauwerk in Löwitz veräußern

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18. November 2015, 17:46 Uhr

Während Rehnaer Stadtvertreter keine Zukunft mehr für das Löwitzer Gutshaus sehen, gibt es nun offenbar doch noch einen kleinen Funken Hoffnung. Denn die Berliner Code-A-Phone AG International steht als Eigentümerin einem Verkauf des Anwesens offenbar positiv gegenüber. So würde die Firma das Gutshaus für 95 000 Euro verkaufen bei einer Anzahlung ab 20 000 Euro. Das erklärte die Code-A-Phone AG International, die damit auf eine SVZ-Anfrage reagierte.

Als Grund für die bislang gescheiterte Sanierung des Gutshauses führt das Unternehmen den Bau eines Windrades nahe dem Denkmal an. Dieser Bau sei damals unzulässig und willkürlich geschehen. „Das hat dem Wiederaufbau geschadet“, argumentiert die Firma. Sie wollte das Anwesen ursprünglich denkmalgerecht wieder aufbauen.

Über den Gebäudezustand sind inzwischen nicht nur Kommunalpolitiker entsetzt, sondern auch SVZ-Leser wie Manfred Görtz aus Bülow. Er kennt das Anwesen noch aus seiner Jugendzeit. Es habe dort einen herrlichen Gutspark und Tanzveranstaltungen bis in die 1980er-Jahre gegeben. Zeitweilig wohnten in dem Gutshaus auch Studenten, die zu Arbeitseinsätzen (Kartoffelsammeln) in den Norden gekommen waren.

Dass das denkmalgeschützte Anwesen nach der Wende dem Zerfall preis gegeben wurde, habe aus Görtz’ Sicht auch etwas mit Abschreibungsmöglichkeiten zu tun. „Damals wurden manche Objekte spekulativ und ohne Ernsthaftigkeit gekauft, um darauf Abschreibungen tätigen und Steuern sparen zu können. Kaufvertrag vorzeigen und schon lief die Masche über Aufbau Ost. Nicht einmal die Kommunen konnten rechtzeitig einschreiten“, kritisiert Manfred Görtz.

Nach der Wende war das Löwitzer Gutshaus der Treuhand zugeordnet worden. Ende der 1990er-Jahre wurde es an das Berliner Unternehmen veräußert. Zuvor war es für einen Preis von 125 000 D-Mark zum Verkauf ausgeschrieben worden.

Nach wie vor zieht es Interessenten in das Dorf Löwitz nahe Rehna. Denn im Internet wird das 6400 Quadratmeter große Anwesen mit 665 Quadratmetern Nutzfläche nach wie vor angeboten – ohne Preisangabe. Bei potenziellen Käufern macht sich oftmals allerdings Enttäuschung breit. Denn die Unterschiede zwischen den Bildern im Internet und der Realität sind groß.

Direkt neben dem Löwitzer Gutshaus wohnt seit Jahren Nina Arnold. Auch sie ärgert sich darüber, was aus diesem Gutshaus wurde. „Es ist schade, dass es so verfallen ist und eine Gefahr darstellt“, sagt die Löwitzerin. Nach ihren Angaben wagten sich bereits Jugendliche in diese Ruine, balancierten vermutlich über Balken und setzten sich Gefahren aus. Sie hätten mehrere Meter in die Tiefe stürzen können.

Interessenten für dieses Gutshaus im gotischen Baustil hatte es in den vergangenen Jahren genügend gegeben. Hamburger Familien träumten von einem ökologischen Wohnprojekt. Geschäftsleute hatten die Vision eines Wellness-Hotels. All diese Pläne wurden nie realisiert.  

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