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Landkreis Nordwestmecklenburg : Gutschein-Codes per Telefonanruf ergaunert

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Im Landkreis Nordwestmecklenburg haben es Betrüger geschafft, an einer Tankstelle an die Codes von Online-Gutscheinen im Wert von 1500 Euro zu gelangen. Die Gaunerei war clever eingefädelt:

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erstellt am 14.Feb.2013 | 07:03 Uhr

Wismar/Lützow | Es gibt Internet shops, die als Zahlungsoption für ihre Angebote von Online-Spielen und Dienstleistungen bis hin zu Musikdownloads oder Telefonie so genannte "Paysafecards" akzeptieren. Diese Karten gibt es an einigen Kiosken, Lotto-Annahmestellen oder Lebensmittelgeschäften zu kaufen. Auch an Tankstellen - und an einer im Landkreis Nordwestmecklenburg konnte ein Betrüger jetzt erfolgreich die Codes für diese Online-Zahlungsmittel abzapfen und sich um 1500 Euro bereichern.

Die Gaunerei war clever eingefädelt, als sich am Mittwoch eine "Frau Berger" telefonisch in der Tankstelle meldete. Die Frau gab sich als Mitarbeiterin der Firma "Paysafecard" aus und nutzte dafür sogar die Original-Rufnummer der tatsächlich existierenden Firma. "Geschickten Tätern ist es möglich, ihre Telefonnummer technisch zu verändern und somit eine andere, beziehungsweise seriöse Rufnummer vorzutäuschen", sagt Axel Köppen von der Polizeiinspektion Wismar. Der Kassiererin sagte "Frau Berger", dass ein "Update", eine Aktualisierung digitaler Daten anstehe. Mit dieser Gesprächsführung bekam die Anruferin die jeweils 16-stelligen Codes von insgesamt 15 Paysafe-Gutscheinen im Wert von jeweils 100 Euro. Dann legte "Frau Berger" auf.

Später kam dieser Anruf den Tankstellenmitarbeitern merkwürdig vor. Eine Nachfrage bei der Firma, die Paysafecards vertreibt, brachte die Gewissheit, dass Betrüger am Werk waren. "Frau Berger" gibt es bei der Firma nicht, die Betrüger - das wurde bei einer weiteren Prüfung deutlich - hatten die Gutscheine schon eingelöst. Der Schaden: 1500 Euro.

"Diese Masche ist nicht neu", sagt Axel Köppen. Die Polizei bittet alle Tankstellenbetreiber und sonstige Anbieter dieser Gutscheine, ihre Mitarbeiter auf diese Methode des Trickbetrugs hinzuweisen. "Geben sie keinesfalls die Codes heraus. Wer den Code hat, der hat das Geld", weiß Köppen.

"Wir haben unseren Mitarbeiter schon lange angewiesen, auf gar keinen Fall Code-Nummern am Telefon herauszugeben", sagt Sönlyn Markwardt. In Sachen "Paysafecard" seien, so die Pächterin der Tankstelle in Lützow, noch keine Betrugsversuche in ihrem Geschäft vorgenommen worden. Mit einem anderen Internet-Gutschein-System, dem "Ucash", sei ihr aber wohl schon mal eine Betrügerei aufgefallen. "Wir hatten einmal einen Kunden, der im Auftrag Dritter "Ucash" Gutscheine kaufen sollte. Ihm sei versprochen worden, dann an einem Gewinnspiel teilzunehmen", erinnert sich Sönlyn Markwardt. Sie habe vom Kauf abgeraten, doch der Kunde hatte trotzdem, so die Tankstellenpächterin, zwei Karten im Wert von je 100 Euro gekauft und die Codes dann wohl abgegeben.

Nicht gut, denn wie die Polizei schon sagt: Wer den Code hat, hat das Geld.

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