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NWM: Städte- und Gemeinde mahnen zur Umsicht : Guten Rat gibt es nicht umsonst

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Wie pflegebedürftig ist die Blutbuchenallee? Wie gut der Bildungsstand der Kinder im Kreis? Wie können städtebauliche Fehler in der Unesco-Weltkulturerbestadt Wismar vermieden werden?

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erstellt am 05.Jul.2013 | 05:45 Uhr

Nordwestmecklenburg | Wie pflegebedürftig ist die Blutbuchenallee? Wie gut der Bildungsstand der Kinder im Kreis? Wie können städtebauliche Fehler in der Unesco-Weltkulturerbestadt Wismar vermieden werden?

Antworten auf diese Fragen suchen der Landkreis Nordwestmecklenburg und die Kreisstadt Wismar nicht nur bei den Fachleuten in ihrer eigenen Verwaltung, sondern ziehen externe Berater hinzu. Die Sprecherin des Landkreises Nordwestmecklenburg, Petra Rappen, erklärt, "aufgrund der personellen Situation kann der Landkreis nicht in jedem Fall für spezielle Aufgaben oder zusätzliche Aufgaben das entsprechende Fachpersonal vorhalten".

Für die Erarbeitung eines Bildungsberichts, der in Kürze vorgestellt wird, schloss der Landkreis eine Vereinbarung mit dem Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen. Der Kreistag hatte den Bericht in Auftrag gegeben. Die Göttinger Forscher begleiteten die Erarbeitung durch den Fachdienst Bildung und den zuständigen Ausschuss des Kreistages, sichteten das Werk und gaben Empfehlungen ab. Dafür wurde ein Honorar von 1000 Euro vereinbart.

Auch in Sachen Umwelt greift Nordwestmecklenburg auf externe Fachleute zurück. Die Blutbuchenallee zwischen Renzow und Pokrent zum Beispiel. Für die 300 Meter lange Allee, die ein Naturdenkmal ist, wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die Stand- und Bruchsicherheit der Bäume überprüfen sollte. Zudem wurden Maßnahmen empfohlen, mit denen die Buchen gepflegt werden sollten. Der Fachmann begutachtete auch eine Eiche in Perlin und der Landkreis zahlte dafür 3000 Euro.

Soll ein neuer Radweg entstehen oder eine Straße, geht die Planung immer an Ingenieurbüros, sagt Petra Rappen. Sie erarbeiten nicht nur die Planungsunterlagen, sondern auch die Ausschreibungen für Baumaßnahmen und die Bewertung. Dafür stellt der Landkreis jedes Jahr gut 100 000 Euro zur Verfügung.

Seit mehr als zehn Jahren ist die Altstadt von Wismar Unesco-Weltkulturerbe. Um es zu bleiben, lässt die Stadt sich von einem Sachverständigenbeirat beraten. In dem Gremium sitzen Architekten, der Landeskonservator MV, eine Professorin aus Bonn und die ehemalige Geschäftsführerin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz. Drei Jahre helfen sie der Stadtverwaltung, die richtigen Entscheidungen beim Denkmalschutz und der städtebaulichen Entwicklung zu treffen. Dafür zahlt die Stadt jedes Jahr rund 12 000 Euro für Honorare, Reisekosten und Sachkosten. "Eine weise Entscheidung", sagt Michael Thomalla, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindetages MV. "Es ist wichtig, dass jemand von draußen draufguckt." So könnten frühzeitig Fehler vermieden werden. Thomalla erinnert an die Diskussion um die Waldschlößchenbrücke in Dresden. Als die Entscheidung fiel, die Brücke zu bauen, entzog die Unesco Dresden den Titel Welterbe.

Doch Michael Thomalla betont, der Einsatz von externen Beratern solle umsichtig erfolgen. "Als Dauerlösung ist das überhaupt nicht vorstellbar." Gehe es darum, einmalig auf externen Sachverstand zurückzugreifen, sei das sinnvoll.

Zu weiteren Beraterverträgen wollte sich die Hansestadt Wismar im übrigen nicht äußern. Begründung: Der Aufwand sei zu hoch.

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