Schönberg : Gute Noten für die kleinen Teckel

Bewertungsrunde für die Teckel .
Bewertungsrunde für die Teckel .

Deutscher Teckelklub von 1888 empfängt Züchter aus Deutschland

svz.de von
24. November 2014, 00:02 Uhr

Ihre Namen klingen wie die von Adeligen: Clara von Krögsberg heißt zum Beispiel der Dackel von Bjarne Finnern (8). Der seiner Mutter Sandra (50) trägt den vornehmen Namen Hermine von Krögsberg. Aus ganz Norddeutschland und sogar aus Köln kamen Züchter nach Dassow zur Spezialzuchtschau der Gruppe Schönberg im Deutschen Teckelklub von 1888. Mehr als 50 Teckelliebhaber präsentierten ihre Vierbeiner bei der Modenschau in der Dornbuschhalle. Denn letztendlich ging es um die Frage: Wer hat den schönsten Teckel.

Die Antwort darauf gaben die beiden Zuchtrichterinnen Martina Schneider und Martina Altmeyer. Sie bewerteten die Teckel - wie Dackel oder Dachshunde in der Jägersprache genannt werden - unter anderem anhand ihrer Haarlänge. Denn es gibt Teckel mit kurzen, rauhen und langen Haaren. Und auch zwischen Rüden und Hündin und dem Alter haben Martina Schneider und Martina Altmeyer bei ihrer Bewertung unterschieden.

Damit die beiden Zuchtrichterinnen die Vorzüge der Teckel genau erkennen konnten, mussten Besitzer und Vierbeiner in einem „Ring“ laufen – in einem Kreis. Dabei schauten die Experten auf die Haare, die Beine – zum Beispiel, ob die richtig angewinkelt sind - und natürlich auch auf das Gesamterscheinungsbild. Ziel aller Züchter in Dassow war die Note v – was für vorzüglich steht und beim Menschen wohl einem Topmodel entsprechen würde. Sg heißt sehr gut. G – gut. Doch worüber sich Jungen und Mädchen in der Schule sicher freuen würden, bereitet Teckelzüchtern keine wirkliche Freude. Denn bei Dachshunden ist ein g bei einer Zuchtschau nicht wirklich gut, sagt Zuchtschauleiterin Heike Bube aus Holthusen bei Schwerin. „Das g ist deshalb eher selten.“

Bei einer Schau, wie der in der Dornbuschhalle, treffen sich nämlich nur die besten Jagd- und Gebrauchsteckel. Den Züchtern geht es dabei um die Frage: Wie gut ist mein Teckel, wie verhält er sich gegenüber anderen Dackeln und darf ich ihn überhaupt für die Zucht einsetzen? Vom Aussehen und Verhalten hängt schließlich der Preis für den Nachwuchs ab. Und der ist nicht ohne, liegt für einen Welpen – je nach Region - zwischen 550 und 950 Euro, sagt Heike Bube. Bei erwachsenen Tieren ist der „Marktwert“ noch höher. Vor allem für Teckel, die eine jagdliche Prüfung hinter sich haben – müsse noch tiefer in die Tasche gegriffen werden . Der Grund: die zeitaufwendige Ausbildung. Etwa mit einem halben Jahr, so Bube, würden junge Teckel mit der Ausbildung beginnen. „Spätestens nach zwei Jahren sind solche Hunde voll ausgebildet.“

Um für die Zucht zugelassen zu werden, gelten bestimmte Standards. Damit die nicht übersehen werden, nehmen die Zuchtrichterinnen die Teckel auch auf einem Tisch genau unter die Lupe. So wird das ordnungsgemäße Gebiss kontrolliert. Und auch, ob die „Rute richtig angesetzt ist“ und „die Rutenwirbel in Ordnung sind“, erklärt Bube. Ebenfalls wichtig bei vorzüglichen Teckeln: Der Brustumfang. Denn dicke Hunde haben bei den strengen Richtern keine Chance. Beim Deutschen Teckelklub von 1888 ist alles genau festgelegt. So darf der Brustumfang bis zu einem bestimmten Alter vorgegebene Werte nicht überschreiten. Auch der Bodenabstand zum Bauch ist vorgegeben. Und letztendlich soll der Teckel in seinem Wesen auch noch freundlich, mit ausgebildetem Temperament sowie ein passionierter, ausdauernder und feinnasiger Hund mit robuster Gesundheit sein.

Bjarne Finnern hat mit Clara von Krögsberg so einen Teckel. Der Achtjährige bekam ein V1 und strahlte. „Das ist großartig.“ Seine Mutter Sandra (50 Jahre) war über das Urteil der Jury ebenfalls glücklich. Über das für den Teckel ihres Sohnes und das ihrer Hündin Hermine von Krögsberg, die auch mit einem V1 ausgezeichnet wurde. „Das ist super, ich freue mich riesig.“


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