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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. November 2017 | 04:25 Uhr

Gadebusch : „Gut gegessen und viel gelernt“

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kulinarische Stadtrundgänge in Gadebusch begeistern auch Gäste aus der schwedischen Partnerstadt – Fortsetzung folgt

svz.de von
erstellt am 26.Okt.2014 | 23:19 Uhr

Es war die neunte und letzte Veranstaltung in diesem Jahr, ausgebucht, wie alle anderen vor ihr. Als zu Beginn des Jahres die Idee entstand, hatte niemand damit rechnen können, dass der Kulinarisch-historische Stadtrundgang ein solcher Erfolg werden würde. „Wir hatten auf mindestens 20, höchstens 30 Teilnehmer pro Veranstaltung gehofft“, erzählt Klaus Leuchtemann (Hotel Christinenhof), zusammen mit Holger Hempel (Station Burgsee), Alfred Roller (Goldener Löwe) und Zahnarzt Gerhard Schotte, Organisator der „Culinaria Godebuz“. Am Ende wurden jedes Mal fast 40 Karten verkauft. „Mehr hätten wir nicht bewirten können.“ Leuchtemann sieht dabei aus, als wäre er gerade einem mittelalterlichen Gemälde entstiegen.

Im April schlüpfte Gerhard Schotte zum ersten Mal in die Rolle des Münzmeisters Bernhard Juengelingk. Stilecht kostümiert, entführte er die Gäste mit mehreren kulinarischen Zwischenstopps ins historische Gadebusch. Seine Anekdoten und Geschichtchen sorgten für eine heiter-entspannte Grundstimmung. Das Konzept kam an und wurde unverändert über die Saison beibehalten. Gadebuscher und Gäste erfuhren Amüsantes und Unbekanntes, erlebten Schloss und Bahnhof aus einer unerwarteten Perspektive. Sie tranken Gadebuscher Bier im Goldenen Löwen, machten Vesperpause im Museum, aßen zu Abend in der Station Burgsee und ließen den Rundgang im festlich beleuchteten Rathaus-Foyer ausklingen.

Klaus Leuchtemann erinnert sich: „Einige Professoren aus Rostock machten daraus für sich eine Geburtstagsfeier, eine Gruppe Rentner des Berliner Polizeipräsidiums ließen sich von uns kulinarisch verwöhnen.“ Und Gadebuscher lernten, ihre Stadt mit anderen, neuen Augen zu sehen. „Im Laufe des Jahres hat es uns die Geschichte zunehmend fasziniert“, so Schotte. Viele Ideen sind schon in der Warteschleife für nächstes Jahr. „Die eine oder andere Überraschung wird dabei sein. Wir verraten aber noch nichts.“

Horst-Dieter Hoffmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Mecklenburg Nordwest, ist zum ersten Mal mit von der Partie: „Gadebuscher sind in der touristischen Aufwertung ihrer Stadt noch viel zu bescheiden. Was hier auf die Beine gestellt wurde, ist fantastisch.“ Während Rotwein und Ziegenkäse aus regionaler Produktion sich im Rathaus-Foyer ein abschließendes Stelldichein mit Leuchtemanns Dessert-Kreationen geben, herrscht Einigkeit: Hier stimmte einfach alles: Das Essen, die Führung. „Besonders romantisch war der Fackellauf von der Station Burgsee zum Rathaus“, findet Olaf Kobel. Der Gadebuscher wollte zusammen mit seiner Frau Anke „einfach die Stadtgeschichte nachempfinden.“ Unter den letzten Stadtwanderern in diesem Jahr ist auch Hakan Bürgemeister, Vertreter der schwedischen Partnerstadt Amal, mit Frau Agneta. Sein Fazit: „Gut gegessen und viel gelernt. Das ist keine Stadtführung, es ist, als wäre man Teil eines Schauspiels. Einfach wunderschön. Wir werden die Idee mit nach Schweden nehmen.“

Als der Wein getrunken und das Büfett geleert sind, gibt es doch noch eine kleine Vorschau auf das nächste Jahr. „Wir haben Sponsoren für die Rathausbeleuchtung und demnächst wird ein langer, rustikaler Tisch mit den Konterfeis aller bisherigen Bürgermeister das Foyer wohnlicher machen“, verrät Leuchtemann, „alles ohne Staatsgelder“. Mehr ist ihm nicht zu entlocken. Wer will, kann sich von November an schon Karten für 2015 sichern.

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