Wismar : Großübung am Klärwerk

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140 Einsatzkräfte aus Nordwestmecklenburg waren nach einem vermeintlichen Unfall mit Chemikalien gefordert

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11. Mai 2015, 08:00 Uhr

Filmreife Szene haben sich bei einer Großübung in der Kreisstadt Wismar abgespielt. 140 Einsatzkräfte aus dem gesamten Landkreis waren am Sonnabend mit knapp 30 Fahrzeugen vor Ort, um nach einem vermeintlichen Unfall mit Chemiekalien auf dem Klärwerksgelände mehrere „Verletzte“ zu retten. Auch 21 Feuerwehrleute aus Gadebusch und Rehna wurden zu dieser Gefahrgutübung gerufen. Ein Bild der Lage verschaffte sich zudem Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss.

Das Kommando vor Ort hatte allerdings ein anderer: Brandoberinspektor Ronny Bieschke von der Wismarer Berufsfeuerwehr. Er leitete diesen Übungseinsatz, der es in sich hatte. Rauch drang aus einem Klärwerksgebäude, in dem laut Szenario eine unbekannte Chemikalie ausgetreten war. „Giftige“ Dämpfe breiteten sich aus. Spezielle Rettungseinheiten wie der Gefahrgutzug und der erweiterter Löschzug des Landkreises mussten ran. Darüber hinaus beorderte Bieschke ein Messfahrzeug in die Kreisstadt. Es sollte prüfen, ob eine „Gefahr“ für Anwohner in Nähe des Klärwerks bestand.

Eine Kräfte zehrende Aufgaben kam auf Gadebuscher Feuerwehrleute zu. In luftdichten Spezialanzügen und einer 20 Kilogramm schweren Ausrüstung sollten sie in das Klärwerksgebäude gehen und die drei „Verletzten“ retten. „In solchen Spezialanzügen zu stecken, ist immer unangenehm. Wenn dann auch noch die Sonne darauf scheint, ist es darin wie in einer kleinen Sauna – nur nicht so schön“, sagte Sebastian Otto von der Gadebuscher Feuerwehr. Jean Hammerich aus Neukloster meinte: „Mit den Klamotten musste ich auch mal ran. Da ging nichts mehr.“ Die Bewegungsfreiheit ist derart eingeschränkt, dass CSA-Träger kaum in der Lage sind, Schrauben oder Muttern vom Boden aufzuheben. Ihren Auftrag bei dieser Gefahrgutübung konnten die Einsatzkräfte aus Wismar, Dassow, Gadebusch, Selmsdorf, Rehna, Neukloster, Grevesmühlen, Warin und Neuburg dennoch erfüllen.

Es war das erste Mal, dass der Landkreis Nordwestmecklenburg eine derartige Großübung auf einem Klärwerksgelände in der Kreisstadt anberaumt hatte. In den Jahren zuvor galt es andere Aufgaben zu meistern. So zählte ein Flugzeugabsturz ebenso wie eine Ölhavarie in der Ostsee zu den Übungsszenarien.

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