Fahrkartenbande : Großrazzia der Bundespolizei

Übers Internet haben die Beschuldigten die Fahrkarten verkauft.
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Übers Internet haben die Beschuldigten die Fahrkarten verkauft.

Durchsuchungen in Gadebusch, Hamburg und Seevetal. Ermittler nehmen vier Männer zwischen 18 und 26 Jahren fest

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03. Juli 2014, 00:19 Uhr

Vier Männer im Alter von 18 bis 26 Jahren sollen die Deutsche Bahn um rund 700 000 Euro betrogen haben. Sie stehen im Verdacht mit Hilfe falscher Kreditkartendaten in 4000 Fällen Fahrkarten im Internet bestellt und auf Online-Portalen gewinnbringend weiterverkauft zu haben. Beamte der Bundespolizei durchsuchten im Zuge der Ermittlungen u. a. die Wohnung eines Mannes in Gadebusch. Weitere Durchsuchungen gab es in acht Wohnungen in Hamburg und im niedersächsischen Seevetal.

„Es konnte umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden, darunter Notebooks, Mobiltelefone, EC-Karten und Dokumente“, so Matthias Menge von der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt. Die verhafteten Beschuldigten, zwei deutsche und zwei türkische Staatsangehörige aus Hamburg, wurden dem Haftrichter vorgeführt. Der Beschuldigte aus Gadebusch ist weiterhin auf freiem Fuß. Gegen ihn hätten keine Haftgründe vorgelegen, sagte Menge.

An dem Einsatz waren rund 220 Beamte der Bundespolizei aus Rostock, Uelzen, Berlin und weiteren Orten beteiligt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hamburg und der Bundespolizei dauern an. Die Bahn selbst hält sich bedeckt, machte keine Angaben.

Potenzielle Kunden der Bahn sollten bei Ticketangeboten zu Niedrigpreisen skeptisch sein. „Wenn jemanden Fahrkarten für die Strecke Hamburg-München für 40 Euro im Internet angeboten bekommt, sollte er darüber nachdenken, ob dieser Preis überhaupt reell ist oder nicht“, so Matthias Menge.

Die Internet-Kriminalität nimmt seit Jahren zu. Demnach gab es allein im Landkreis Nordwestmecklenburg im vergangenen Jahr 624 Fälle der Internetkriminalität, was einer Steigerung von 35,4 Prozent entspricht. In diesen Fällen hatten beispielsweise Kunden über das Internet Waren bestellt, ersteigert, bezahlt – aber nie erhalten. Die Täter legten sich hierfür u.a. falsche Identitäten zu und fälschten Ausweise, um Waren in Empfang nehmen zu können.

Einen noch drastischeren Anstieg registrierten die Ermittler bei der Computerkriminalität. Hier erhöhte sich die Zahl der Fälle binnen eines Jahres auf 223, was einer Steigerung von 66,4 Prozent entspricht. Zur Computerkriminalität zählt u. a. das Platzieren von Trojanern auf Rechnern, das Ausspionieren von PC-Passwörtern oder die Sabotage von Computersystemen.

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