Wismar : Großraum-3D-Drucker legt los

Erläuterte den Fertigungsprozess: Sebastian Rechlin, Mitarbeiter der mechanischen Werkstatt, stellte Besuchern den neuen Großraum-3D-Drucker vor.
Erläuterte den Fertigungsprozess: Sebastian Rechlin, Mitarbeiter der mechanischen Werkstatt, stellte Besuchern den neuen Großraum-3D-Drucker vor.

Eines der weltweit größten Geräte dieses Typs steht jetzt in der Zentralwerkstatt der Wismarer Hochschule

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14. März 2019, 16:14 Uhr

Kleine 3D-Drucker sind längst nichts Ungewöhnliches mehr und werden zunehmend nicht nur in der Forschung und im industriellen Bereich eingesetzt, sondern auch in Privathaushalten. Der 3D-Drucker, der jetzt an der Hochschule Wismar eingeweiht wurde, ist jedoch rund zwei Meter breit, tief und hoch. Mit diesem Gerät können Bauteile und Modelle bis zur Größe eines Würfels mit einer Kantenlänge von je einem Meter angefertigt werden.

Zwischen all den Geräten, die in der Hochschulzentralwerkstatt eingesetzt werden, ist die jüngste Anschaffung nicht zu übersehen. Es handelt sich um einen der weltgrößten FFF-3D-Drucker, der sich nicht nur durch die Fertigungsmaße, sondern auch durch geringe Betriebskosten auszeichnet. Da sein Preis mit rund 76 000 Euro unter der 100 000-Euro-Grenze liegt, wurde der Erwerb des Druckers mit Mitteln des Bildungsministeriums aus dem so genannten Großgerätekorridor als „kleines Großgerät“ gefördert.

„Mussten bisher größere dreidimensionale Projekte mit hohem Personal- und Materialaufwand gefräst werden, können wir nun die günstige Variante des großformatigen 3D-Druckens nutzen“, sagt der Leiter der Zentralwerkstatt, Ulrich Lübcke. So werde das Gerät eingesetzt, um Aufträge für die Lehr- und Labortätigkeit der Hochschule Wismar abzuarbeiten, in geringem Umfang auch für anwendungsorientierte Forschungsprogramme.

In den drei Fakultäten der Wismarer Hochschule werden ständig Bauteile und Modelle benötigt. Studierende, Professoren und Mitarbeiter liefern CAD-Dateien, die von den Mitarbeitern der Zentralwerkstatt gesammelt, gesichtet und schließlich für den 3D-Druck eingesetzt werden. Der neue 3D-Drucker erlaubt die Produktion unterschiedlicher Modelle von verschiedenen Auftraggebern in einem Prozess. Lediglich das Volumen und die Materialfarbe schränken die Zusammenstellung ein. Ein Druckvorgang, für den mehr als 24 Stunden Druckzeit berechnet wird, kann zum Beispiel an einem Freitagnachmittag gestartet werden und am Wochenende laufen. Im Bedarfsfall kann via Weboberfläche der Druck aus der Ferne beendet werden.

Derzeit entwickeln Studierende zum Beispiel einen Rennwagen für den Shell-Eco-Marathon, dessen Verkleidungsteile mit dem neuen Gerät auf sehr effektive Art und Weise angefertigt werden können. Sowohl angehende Architekten und Innenarchitekten, aber auch Produktdesigner und Ingenieure aller Fachrichtungen können das Gerät im Rahmen studentischer Praktika auf dem Gebiet der 3D-Drucktechnik nutzen. Auch Schülern und Jugendlichen, die sich für ein Studium an der Hochschule Wismar interessieren, soll es während der Hochschulinformationstage vorgestellt werden.

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