Gadebusch : Großinvestitionen Fehlanzeige

Schulleiterin Selinde Krause (3.v.l.) informierte Kreistagsmitglieder über die Lernbedingungen an der Förderschule Gadebusch.
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Schulleiterin Selinde Krause (3.v.l.) informierte Kreistagsmitglieder über die Lernbedingungen an der Förderschule Gadebusch.

Während Schulen in Wismar und Neukloster komplett saniert werden, stehen in Gadebusch nur Unterhaltungsmaßnahmen an

svz.de von
01. September 2015, 23:11 Uhr

„Nach einem ersten Blick auf die Liste habe ich mich regelrecht erschrocken, wie viele Investitionen nach Wismar gehen.“ – Rico Greger war irritiert. Doch damit stand der Vorsitzende des Ausschusses für Bildung und Kultur des Kreistages Nordwestmecklenburg am späten Montagabend im Gadebuscher Gymnasium nicht allein da. Da rieb sich so mancher verwundert die Augen, als Karla Krüger als 2. Stellvertreterin der Landrätin dem Ausschuss die Prioritätenliste der Kreisverwaltung für notwendige Erhaltungs- und Investitionsmaßnahmen für die kreiseigenen Schulen präsentierte. Denn millionenschwere große Investitionsmaßnahmen wie beispielsweise Komplettsanierungen konzentrieren sich ausschließlich auf Bildungseinrichtungen in Wismar und Neukloster. Der Rest schaut in die Röhre.

Lediglich in der Auflistung von baulichen Unterhaltungsmaßnahmen als auch kleineren dringenden Bauleistungen wie Reparaturen, Malerarbeiten oder aber Heizungserneuerungen finden sich die anderen kreiseigenen Schulen wieder. „Bei den baulichen Unterhalungsmaßnahmen handelt es sich im Wesentlichen um notwendige Wartungen und Prüfungen, da sind wir als Kreis in der Pflicht“, sagt Gudrun Sturmheit, die Fachdienstleiterin Bildung und Kultur beim Landkreis. Die angesprochenen dringenden Bauleistungen dienen dazu, den jetzigen Standard an den Schulen zu erhalten.

So steht beim Gerhart-Hauptmann-Gymnasium in Wismar bis zum Jahr 2022 eine Komplettsanierung mit einer Gesamtbausumme von 10,6 Millionen Euro an, während in das Gymnasium Gadebusch bis zum Jahr 2019 vergleichweise kleine 672  000 Euro plus 50  000 Euro für die Sporthalle angesetzt werden, um den derzeitigen Status Quo zu erhalten. Circa 173  500 Euro sind in der gleichen Kategorie und denselben Zeitraum für die Förderschule Gadebusch kalkuliert.

Die Erarbeitung der Prioritätenliste war notwendig geworden, weil der Kreistag die Landrätin damit auf seiner Aprilsitzung beauftragt hatte. „Bei der Liste handelt es sich um eine Bestandsaufnahme“, betonte Karla Krüger, in deren Verantwortung der Fachbereich Jugend, Soziales, Bildung und Gesundheit fällt. „Wir haben versucht, zu priorisieren. Was realisiert wird, ist natürlich immer von der Kassenlage abhängig.“

Vor der Sitzung des Bildungsausschusses hatte sich dieser sowohl die Förderschule als auch das Gymnasium in Gadebusch angeschaut. Neu gestalteter Schulhof, helle Räume, Computerkabinett – schick präsentierte sich die Förderschule, und auch das Gymnasium steht dem kaum nach. „Es ist eine Freude, hier zu arbeiten“, sagt Förderschulleiterin Selinde Krause. Sie bat aber wie auch der stellvertretende Gymnasiumsleiter Heiko Helms um weitere Unterstützung. „In Bezug auf das Internet befinden wir uns im tiefsten Mittelalter. Die Zukunft steht und fällt mit dem Ausbau des Netzes an unserem Standort“, so Heiko Helms. Stimmt, meint auch der Roggendorfer Rico Greger: „Und wenn man da den Anschluss verpasst, wird es schnell teuer.“

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