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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

12. Dezember 2017 | 13:30 Uhr

Rehna : Großer Bahnhof am Bahnhof

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gebäudekomplex saniert: Die Einweihung ist am Sonntag. Ehemalige Eisenbahner erinnern sich an die Betriebszeit

von
erstellt am 18.Jun.2014 | 00:00 Uhr

Ein wenig Bahnhofsatmosphäre schnuppern, dafür kann sich Karl Schröder aus Grieben durchaus begeistern. Ein Arbeitsleben lang hat er mit Dampf im Kessel und der richtigen Drehzahl der Dieselaggregate für Bewegung auf der Schiene gesorgt. „Rehna war neben Wismar und Neubrandenburg ein Ziel“, erzählt Schröder, der zu Dienstzeiten in Schwerin lebte. Im September plant der pensionierte Eisenbahner eine Familienfeier, verrät er und schaut sich somit wenige Tage vor Eröffnung des alten Bahnhofs in Rehna um.

Ein spontaner Gast, über den sich Michael und Matthias Maack freuen, denn so ein Bahnhof hat Geschichte und die Menschen, die im Empfangsgebäude einst wohnten oder dienstlich darin unterwegs waren, können viel erzählen. So holt Schröder ein wenig aus, erzählt wie er 1956 bei der Deutschen Reichsbahn in Dienst kam, 61 Lokführer wurde und bis 1992 auf Strecke war. „Die 23, die Neubaudampflok und die Diesellokomotiven 110 und 112, bin ich gefahren“, sagt Schröder. In Erinnerung geblieben sind ihm die landschaftlich reizvolle Nebenstrecke Rehna und Bodo Lange als Zugbegleiter und Original aus Rehna, der im Foyer heute wieder die Fahrscheine präsentiert. Nicht vergessen sind die Bahnhofskneipe und der Rosenkavalier, der jedes Mal auf Strecke in Holdorf zustieg, kein Geld gehabt haben soll und dennoch mit der Bahn reisen wollte.

Der Bahnhof Rehna, er war stets das kulturelle Zentrum der Kleinstadt. Ein Ort, wo Waren umgeschlagen, Vieh transportiert, Geld ausgezahlt und in der Kneipe wieder ausgegeben wurde.

An Geschichten mangelt es nicht. Allein aus diesem Grund wird am kommenden Sonntag die Eröffnung des Bahnhofes mit dem sanierten und zum Veranstaltungsraum umgebauten Güterschuppen mit Spannung erwartet. „Eine Eröffnung mit Programm. Von 11 bis 16 Uhr laden wir alle Interessierten zum Schauen ein. Zwischen 13 und 15 Uhr gibt es Blasmusik und alles was dazu gehört“, sagt Matthias Maack. Designer Christian Pursch aus Wismar hat sich angemeldet. Er zeichnet verantwortlich für das Wandbild mit Dampflok.

Neun Monate dauerten die Umbauarbeiten am Bahnhof. Der Güterschuppen bietet künftig Platz für 80 Gäste, eine installierte Küche ermöglicht es, frische Speisen für Veranstaltungen anzurichten. Für Michael und Matthias Maack steht damit eines der aufwendigsten Projekte vor seiner Vollendung. Der Zuspruch in Rehna ist groß, wie beim Unternehmerfrühstück mit den Plattsnackern Rosi Reusch und Rita Völzer zu hören war. Beide verknüpfen ihre persönliche Geschichte mit dem Bahnhof – ob Rita Völzer als Tochter des ehemaligen Bahnhofsvorstehers Paul Buggenthin oder Rösi Reusch als Inhaberin der Bahnhofskneipe. Am kommenden Sonntag gibt es die Möglichkeit über die alte Zeit, die Geschichte und die Zukunft des Bahnhofs von Rehna zu sprechen.

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