Ämter-Odyssee : Großer Ärger um die Schilder

Seit mehr als einem Jahr warten Dirk Endrulat (l.) und Hajo Kahl auf die tatsächliche touristische Ausschilderung des Kastanienhofs Bülow.
Seit mehr als einem Jahr warten Dirk Endrulat (l.) und Hajo Kahl auf die touristische Ausschilderung des Kastanienhofs Bülow.

Der Kastanienhof Bülow wartet schon ewig auf eine touristische Ausschilderung

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09. Juni 2017, 20:55 Uhr

Ostern, die langen Wochenenden um den 1. Mai, Christi Himmelfahrt und Pfingsten – Feiertage, auf die sich Hajo Kahl und Dirk Endrulat schon lange gefreut hatten. Denn an solchen langen Wochenenden sind eine Menge Kurzurlauber in der Region unterwegs. Zumindest einige davon hätten die Betreiber des Kastanienhofs Bülow gern in ihrer grünen Oase begrüßt. Da dieses Kleinod in der Gemeinde Königsfeld aber relativ schwer zu finden ist, hatten die beiden Unternehmer vorausschauenderweise bereits im März vergangenen Jahres eine entsprechende touristische Ausschilderung in Rehna und Bülow beantragt. Von den beiden braunen Schildern mit weißer Schrift indes steht bis heute kein einziges.

Dabei lief das Ganze, wenn auch stockend, so für Verwaltungsverhältnisse doch noch verhältnismäßig zügig an. Denn bereits im Sommer 2016 hatte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Rostock dem Vorhaben zugestimmt, im September war das Genehmigungsverfahren abgeschlossen. Danach begann für das Projekt der Bülower allerdings eine Odyssee durch die Amtsstuben der Kreisverwaltung von Nordwestmecklenburg. „Auf Nachfrage wurde mir Anfang Januar dieses Jahres von einem Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises erklärt, dass krankheitsbedingt viel Arbeit liegen geblieben sei“, erzählt Dirk Endrulat. Da fragte sich der 58-Jährige bereits, ob die Hinweisschilder zu Beginn der diesjährigen Saison überhaupt noch angebracht und dessen geplante Investitionen zur Steigerung der Attraktivität des Besuchergartens und die Einstellung weiteren Personals noch Sinn machen würden.

Was folgte, waren abermals Entschuldigungen, Erklärungen, wage Andeutungen. „Ein Abschluss des Verwaltungsvorgangs scheint in den kommenden Wochen möglich, so dass der Kastanienhof zu Beginn der diesjährigen Saison die Hinweisschilder in seine Planungen aufnehmen kann“, schreibt Margret Rudolph als Leiterin des Fachdienstes Ordnung/Sicherheit und Straßenverkehr Mitte Februar in einer E-Mail an Dirk Endrulat und wünscht bei der Gelegenheit noch eine erfolgreiche Saison.

Dirk Endrulat ist mittlerweile stinkesauer: „Würden Frau Rudolph und die mit unserem Antrag befassten Mitarbeiter in der freien Wirtschaft bestehen müssen, würden sie pleite gehen oder ihren Job wegen Unfähigkeit verlieren. Übrigens haben wir die Landrätin des Landkreises Nordwestmecklenburg, Kerstin Weiss, immer in Kopie über unsere Anfragen und die Antwortschreiben ihrer Mitarbeiter unterrichtet, leider vergeblich.“

Nun sei nach Aussage des Landkreises das Straßenbauamt Schwerin am Zug. Der zuständige Mitarbeiter will sich Anfang kommender Woche gegenüber SVZ dazu äußern. In ihrer Not haben Endrulat und Kahl den Vorgang nun auch an den Bürgerbeauftragten des Landes MV übergeben.  

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