Jahreshauptversammlung in Grevesmühlen : Gromm erneut Kreiswehrführer

ehren2.jpg
1 von 3

52-Jährige wird mit großer Mehrheit für sechs weitere Jahre gewählt / Kritik an Jugendwarten im Landkreis

von
25. Februar 2018, 21:00 Uhr

Jahreshauptversammlungen sind dazu da, um Bilanz zu ziehen, Vorausschau zu halten und Verdienste zu ehren. Das haben auch die Feuerwehrleute in Nordwestmecklenburg am Freitagabend getan.

Der alte und am Freitagabend wieder gewählte Kreiswehrführer Torsten Gromm listete erst einmal Zahlen auf. Im vergangenen Jahr rückten die Wehren zu 1617 Einsätzen aus. In 383 Fällen brannte es, 1279 war eine technische Hilfeleistung erforderlich. „Das zu bewältigen, ist es Vollzeitjob“, sagte Gromm und bedankte sich ausführlich bei den Kameraden, die dafür in den allermeisten Fällen ihre Freizeit opfern.

Aber dann wurde der Kreiswehrführer missmutig. „Es ist mir unverständlich, warum es einige Kameraden nicht für nötig halten, an Fortbildungen teilzunehmen.“ So hätte die Kreisfeuerwehrschule in Warin im vergangenen 466 Plätze angeboten. Die wurden zunächst auch reserviert. In 88 Fällen aber verfielen die Plätze, weil die Feuerwehrleute gar nicht erst kamen oder den Lehrgang mittendrin abbrachen. „Es verfallen noch zu viele Plätze“, mahnte Gromm.

Vor einem ähnlichen Problem stand auch Jugendwart Meik Hopfengart. Das Zeltlager für den Nachwuchs muss ausfallen. Ursprünglich sollte es im Sommer stattfinden. Doch 219 Teilnehmer seien einfach zu wenig. „Ich bin enttäuscht von den Jugendwarten“, sagt er. „Das ist der traurige Höhepunkt der vergangenen Jahre.“ Er forderte die Jugendwarte auf, über ihren Schatten zu springen und sich an Aktionen des Kreisverbandes zu beteiligen.

Dann kam die Versammlung in ruhigeres Fahrwasser. Torsten Gromm wurde mit 99 von 123 Stimmen für die nächsten sechs Jahre zum Kreiswehrführer gewählt und kündigte gleich an, „das ist meine letzte Wahlperiode“. Sein Beisitzer wird Christian Gramkow aus Kirchdorf.

Auch Landrätin Kerstin Weiss nutzte die Gelegenheit, für einen Rückblick, eine Vorausschau und zu allererst für einen Dank. „Für viele sind sie Helden, für mich auch.“ Dann wurde es Zeit, über Geld zu reden. Im vergangenen Jahr habe der Landkreis 725 000 Euro für die Wehren ausgegeben. Dieses Geld kommt aus der Feuerschutzsteuer. Zudem wurden in die Kreisfeuerwehrschule 695 000 Euro investiert. Neue Umkleiden, neue Lehrräume und seit ein paar Tagen ein Brandübungscontainer (SVZ berichtete). Für dieses Jahr liegen dem Landkreis von den Feuerwehren Anträge für über 500 000 Euro vor. Kreiswehrführer Torsten Gromm hat auch angekündigt, noch Wünsche zu haben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen