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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

12. Dezember 2017 | 05:46 Uhr

Gross Molzahn : Goldschakal auf Hosenträgerweg

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Petra Zündorf fotografierte seltenes Tier. Landesamt registriert Sichtung für Forschungsarbeit

von
erstellt am 21.Jul.2016 | 02:43 Uhr

Nandus, Gänsegeier und nun auch der Goldschakal: Petra Zündorf aus Groß Molzahn hatte eine seltene, tierische Begegnung. Beim Radfahren traf sie kurz vor Groß Molzahn auf einen Goldschakal. Das war im Herbst, aber so richtig bewusst wurde ihr die Begegnung mit dem seltenen Tier erst nach einem Bericht in der SVZ. So tappte vor Wochen bereits ein Goldschakal bei Greifswald in eine Fotofalle (wir berichteten).

In Groß Molzahn war es eine entspannte Begegnung zwischen Mensch und Tier. Zündorf gelang es, das Tier direkt vor ihren Augen zu fotografieren. „Als ich vor wenigen Wochen den Beitrag in der SVZ über die Sichtung des Schakals in Vorpommern las, musste ich erst einmal in meinen Bildern nachschauen“, erzählt sie. Denn das von ihr aufgenommene Tier ähnelte sehr jenem Goldschakal, der bei Greifswald in eine Fotofalle tappte. „Ich war Ende Oktober mit dem Fahrrad auf dem Hosenträgerweg von Schlagsdorf nach Groß Molzahn unterwegs. Ein fuchsähnliches Tier mit langen Beinen lief vor mir her und blieb stehen“, erzählt sie. Die Begegnung erfolgte mitten am Tag, in den Mittagsstunden. „Ich holte meine Kamera aus der Tasche und drückte ab“, so Zündorf.

Nach der Veröffentlichung der Sichtung durch das Landesamt für Umwelt, Natur und Geologie sendet sie nun ihr Bild an die SVZ in Gadebusch.

Auf Anfrage der SVZ bestätigte Kristin Zscheile, die zuständige Mitarbeiterin des Landesamtes, die Sichtung des seltenen Tieres, schloss Rotfuchs und Wolf aus: „Dass es sich um einen Goldschakal handelt, ist aus meiner Sicht sehr wahrscheinlich.“ Weitere Experten des Hauses würden bei der Bestimmung mit einbezogen und die Begegnung mit dem Tier registriert. Nicht zuletzt seien für die Arbeit des Landesamtes Daten über Tierbegegnungen und Ort wichtig, um die Bewegung der eigentlich in Südeuropa und auf dem Balkan beheimateten Tiere aufzuzeichnen. Für das Amt des Biosphärenreservates Schaalsee war die Meldung von der Sichtung eines Goldschakals erstmalig: „Bislang wurden bei uns keine Goldschakale gesichtet“, so Mitarbeiterin Elke Dornblut.

Laut Deutscher Wildtierstiftung sei ein stärkeres Auftreten der Tiere möglicherweise auf Klimaveränderungen zurückzuführen, wo die Goldschakale wärmere Winter nutzen, um sich nach Norden zu orientieren. Deutschlandweit wurden bislang im Schnitt pro Jahr drei Sichtungen registriert - in Brandenburg, Bayern, Hessen und nun auch in Mecklenburg-Vorpommern. 

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