Behindertenverein Gadebusch : Goldene Ehrennadeln zum Jubiläum

Aus den Händen von Dieter Großmann (r.) erhielten Jutta Stüber und Wolfgang Skupin jeweils eine goldene Ehrennadel als Zeich der Anerkunng und guten Zusammenarbeit.  Fotos: Michael Schmidt
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Aus den Händen von Dieter Großmann (r.) erhielten Jutta Stüber und Wolfgang Skupin jeweils eine goldene Ehrennadel als Zeich der Anerkunng und guten Zusammenarbeit. Fotos: Michael Schmidt

Der Behindertenverein Gadebusch feiert sein 25-jähriges Jubiläum und setzt auch weiterhin auf den Abbau von Barrieren

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15. Juni 2016, 05:00 Uhr

Das traditionelle Sommerfest des Behindertenvereins Gadebusch stand ganz im Zeichen des 25-jährigen Jubiläums. Knapp 70 Vereinsmitglieder sowie Bürgermeister und geladene Gäste nahmen daran im Saal der Gadebuscher Feuerwehr teil, wo nicht nur Zeit zum Klönen, sondern auch für einen Rück- und Ausblick blieb. Denn ein Leben ohne Hindernisse, der Abbau von Barrieren in der Umwelt und auch im Umgang miteinander bleibe eine große gesellschaftliche Aufgabe. „So sollte es Menschen mit Behinderung nicht nur möglich sein, Gebäude und Wege zu benutzen, sondern auch Automaten, Handys und Internetseiten“, sagte die Vereinsvorsitzende Jutta Stüber.

Die eigentliche Ideengeberin für einen Verein für Menschen mit Behinderung war damals Chrisfriede Hilke. Schon zu DDR-Zeiten hatte sie sich für behinderte Menschen im Altkreis Gadebusch engagiert, suchte für sie nach Arbeitsplätzen. „Da gab es dann vorbildliche Betriebsleiter, aber auch unmögliche, die meinten: ,Hau ab mit deinen…‘ Die Worte möchte ich lieber nicht wiederholen“, so Chrisfriede Hilke im SVZ-Gespräch. Heute freue sie sich umso mehr, was aus der einstigen Idee wurde, Rollstuhlfahrer aus den Häusern und der Isolation zu holen. Es sei eine Freude, diese große Gruppe zu sehen.

Mit großer Hingabe engagierte sich auch Reiner Strache. Er wurde 1991 von den Gründungsmitgliedern zum Vorsitzenden des Vereins gewählt. 16 Jahre lang war er trotz eigenen Handicaps Vorsitzender und leitete die Gruppe Gadebusch. Er hatte sich ganz der Arbeit für Menschen mit Behinderung verschrieben – so wie viele andere Wegbereiter, die von Beginn an im Vorstand arbeiteten und Gruppen in Rehna, Schlagsdorf und Roggendorf leiteten. Bis heute sind diese drei Gruppen existent und offen für neue Mitglieder. Insgesamt zählt der Verein aktuell 72 Mitglieder.

Zwei von ihnen wurden gestern Nachmittag für ihr jahrelanges Engagement mit der Goldenen Ehrennadel der Roggendorfer Schützengilde als Zeichen der Anerkennung und guten Zusammenarbeit geehrt: Jutta Stüber und Wolfgang Skupin.

Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest hob während der Festveranstaltung die Bedeutung dieser Vereinsarbeit hervor: „Sie als Mitglieder des Vereins machen auf Probleme aufmerksam, die man als Nicht-Behinderten oft gar nicht sieht. Sie können mit Stolz und Genugtuung auf die vergangenen 25 Jahre zurückblicken.“ Auch Howests Amtskollege Rico Greger aus Roggendorf sowie weitere Gäste lobten die ehrenamtliche Tätigkeit dieses Vereins und überreichten Präsente oder Spenden.

Tränen der Rührung und Freude überkamen schließlich die Vorsitzende Jutta Stüber, als ihr aus den Reihen des Vereins ein unermüdlicher Einsatz mit unzähligen Stunden – ohne nach Anerkennung zu fragen – attestiert wurde. 

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