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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

20. November 2017 | 16:46 Uhr

Serie Naturnah : Goldene Äpfel aus China

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Mediterrane Stämmchen sind auch im Nordwesten ein Hingucker

svz.de von
erstellt am 23.Apr.2016 | 04:44 Uhr

Zitrusfrüchte und Orangen auf einem Mecklenburger Hof? Warum nicht, meint Hajo Kahl vom Kastanienhof Bülow. Schon der portugiesische Seefahrer und Entdecker Vasco da Gama schwärmte in der Mitte des 16. Jahrhunderts von köstlichen, süßen Äpfeln aus China. Ludwig der XIV von Frankreich sammelte die „Chinesischen Äpfel“ später mit großer Leidenschaft und brachte es auf eine Sammlung von mehreren hundert Exemplaren, die in speziell für sie entworfenen Kübeln wachsend die Gärten von Versailles zierten.

Der in vielerlei Hinsicht maßlose August der Starke, Herzog von Sachsen und König von Polen und Litauen, war den Äpfeln aus China ebenfalls verfallen.

Die Leidenschaft, die nicht gerade einfach zu haltenden Orangen- und Zitronenbäume in Kübel zu kultivieren, entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert zu einer regelrechten Sucht. Man ließ eigene Häuser, sogenannte Orangerien für deren Unterbringung bauen.

Ich muss zugeben, dass ich häufig davon geträumt habe eine stattliche Sammlung dieser mediterranen Gewächse mein Eigen zu nennen. Allerdings haben meine jahrelangen Versuche Orangen und Zitronenbäume auf dem Kastanienhof zu kultivieren eher klägliche Ergebnisse geliefert. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals eine saftige, aromatische Orange von einem meiner Bäume geerntet zu haben. Vielmehr dienten meine Versuche eher dazu die südlichen Gewächse irgendwie am Leben zu erhalten.

Mittlerweile haben es einige meiner Zitrusgewächse dennoch zu stattlicher Größe gebracht und erfreuen unsere Gartencafé-Besucher im Frühling mit einem zauberhaften Duft ihrer kleinen Blüten. Erst in der vergangenen Woche habe ich meine Mandarinen-, Orangen- und Zitronenbäume aus ihrem Winterquartier in einem Stall, wo sie ohne irgendwelche Erkältungskrankheiten zu bekommen den Winter verbracht haben, geholt.

Einige Tricks für eine erfolgreiche Kultur in Kübeln konnte ich mir in den letzten Jahren aneignen. In unserem Klima hat es bislang sehr gut funktioniert, die Pflanzen fast bis zu Weihnachten im Garten zu belassen. Erst bei der Gefahr starker Fröste kamen sie in ihr Winterquartier, wo sie kühl und eher trocken überwinterten. Gegossen habe ich sie selten. Zitrusgewächse hassen Kalk und sind versessen auf Eisen. Eisenmangel lässt ihre Blätter gelb werden und verkrüppeln.

Da meine Orangen- und Zitronenbäume nicht in der Lage sind Nägel oder irgendwelchen Eisenschrott zu fressen, bin ich auf die Idee gekommen altes Eisen in meine Gießkannen zu geben und sie immer mit Regenwasser gefüllt herumstehen zu lassen. Das Eisen rostet im Gießwasser und gibt nach und nach das benötigte Metalloxyd an das Wasser ab. Meine Zitrusgewächse schlürfen es offensichtlich mit Behagen und freuen sich so richtig, wenn sie noch einen kleinen Schuss Stickstoffdünger dazu bekommen. Den verabreiche ich ihnen durch Hornspäne oder Hornmehl, das im Frühjahr in die Planzerde eingearbeitet wird. Noch ein kleiner Tipp: Zitrusgewächse wie auch alle anderen Pflanzen, die im Haus überwintert wurden, bekommen schnell einen Sonnenbrand, wenn sie bei Sonnenschein ins Freie geräumt werden. Ich warte immer auf einen Regentag, um meine Pflanzen wieder an das helle Licht im Garten zu gewöhnen. Ein kleiner Regenschauer befreit sie überdies vom Winterstaub, der sich in den letzten Monaten auf ihren Blättern angesammelt hat.

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