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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. November 2017 | 17:55 Uhr

Ganzow : Gitarrenklänge im Gutshaus

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Konzert im denkmalgeschützten Anwesen am Sonnabend in Ganzow / Erlös wird für Aufarbeitung der Küche verwendet

svz.de von
erstellt am 20.Aug.2014 | 08:39 Uhr

Noch sind in dem Gutshaus Ganzow vor allem Arbeitsgeräusche zu hören. Ab und an hallen noch Gesprächsfetzen durch die Räume des Fachwerkbaus aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Doch am Sonnabend, 23. August, erklingen andere Töne über dem Anwesen und durch das Gutshaus – Gitarrenklänge.

„Wir veranstalten einen Gitarrenabend, bei dem aber nicht nur die klassischen Instrumente gespielt, sondern auch beispielsweise die Jazzgitarre oder auch ein Saxophon zuhören sein werden“, erzählt Sönke Borgwardt, Miteigentümer des Gutshauses Ganzow. Gemeinsam mit seinem Partner Jan Träbing möchte er der Kultur in dem Fachwerkhaus Platz geben. „Es soll wieder Leben einziehen in das wundervolle Haus“, sagt Träbing freudestrahlend.


Das ganze Dorf arbeitet für das Haus


Womöglich könnte mit dem Engagement auch Ganzow selbst zu einem kulturellen Anlaufpunkte für Gäste aus Hamburg, Kiel oder Ratzeburg werden. „Bei den vergangenen Veranstaltungen in unserem Hause hatten wir schon Gäste aus dem ganzen Norden. Bei unserer Weihnachtsfeier mussten wir sogar einige nach Hause schicken, weil die Leute nicht mehr in den großen Saal gepasst haben und schon im Flur saßen“, berichten Borgwardt und Träbing stolz.

Am kommenden Sonnabend soll es nicht so weit kommen, deshalb findet das Gitarrenkonzert im hinteren Teil des Anwesens statt. Dafür wird derzeit schon alles auf Vordermann gebracht – Rasen gemäht und das Rosen- und Buchsbaumbeet hergerichtet. „Wir wollten unbedingt ein solches Beet bei uns haben, weil es in der früheren Anlage ebenfalls eines gab, aber nachdem wir das hundert Quadratmeter große Beet ausgestochen haben, wollten wir nicht mehr. Wir waren so erschöpft“, erzählt der 43 Jahre alte Träbing lachend. Doch nach Auffassung einer Nachbarin der Beiden gab es kein zurück mehr – sie hatte schon alle Gerätschaften zum Bearbeiten des Bodens vorbeigebracht und half sogar beim Einsetzen der Blumenzwiebeln. „Die Hilfsbereitschaft im Dorf ist wirklich großartig. Alle unterstützen uns dabei, dass das Anwesen fertig und schön wird“, sagt Jan Träbing stolz. Mittlerweile wachsen dort nicht nur Blumen, sondern auch Bohnen, Kartoffeln und Kohl. Ein bunt gemischter Park ist dabei zu entstehen – und das nicht nur farblich. „In der Barockzeit war es oft so, dass die Gärten nicht nur aus Blumen bestanden und das finden wir angemessen“, sagt der 33-jährige Sönke Borgwardt verträumt über sein Anwesen blickend.


Mit Essig und Salz den Herd rosten lassen


Eine breite Mischung erhoffen die beiden sich auch bei ihren Gästen. „Bei uns kommt der Arbeiter so wie der Pensionär aus Hamburg auf seine Kosten“, verspricht Jan Träbing. Denn Eintritt wird bei den Festivitäten im Gutshaus Ganzow nicht erhoben, dafür um Spenden gebeten. „Jeder soll das geben, was derjenige bereit ist, uns zu geben.“ Mit diesen Spenden werden nicht nur die Künstler bezahlt, sondern vor allem weiter in die Sanierung und Restauration des Hauses investiert. „Viele der Künstler wollen uns bei unserem Projekt unterstützen, deshalb können wir die Spenden für die weitere Restaurierung verwenden. Als nächstes ist die Aufarbeitung der Küche dran. Der Anfang ist schon mit dem historischen Herd getan, dieser muss nun noch fachgerecht eingemauert werden“, berichtet Sönke Borgwardt. Den Herd haben die beiden bei einem Schlosser bestellt und dann mit Essig und Salz bearbeitet, um die rostige Farbe hinzubekommen. Einiges ist noch im und an dem Haus zu tun, am Sonnabend von 15 Uhr an ist aber erst mal Arbeitspause für das Gitarrenkonzert.

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